Zwei Tote und ein Verletzter bei Anti-Terroreinsatz in Verviers

Bei einem Anti-Terroreinsatz in Verviers, in der Provinz Lüttich, hat die Polizei zwei vermutliche Terroristen erschossen und einen verletzt. Letzterer ist verhaftet worden. Es handelt sich um drei Personen, die von der Polizei observiert wurden und gerade erst aus Syrien zurückgekehrt sind. Sie werden verdächtigt, einen Anschlag vorbereitet zu haben.

Die drei sollen definitiv einen Torroranschlag geplant haben. Man hätte gegen sie vorgehen müssen, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

Der Einsatz im Zentrum von Verviers ist noch nicht zu Ende. Einige Straßen sind abgesperrt. Gegen 17.45h an diesem Donnerstagabend sind Interventionstruppen der belgischen Polizei in ein Haus in der Nähe des Bahnhofs von Verviers eingedrungen.

Es soll zu einem Schußwechsel zwischen einigen Moslemfundamentalisten und der Polizei gekommen sein. Augenzeugen haben offenbar auch mehrere Explosionen gehört.
Die Gegend wurde abgesperrt. Notärzte sind vor Ort. Die Bewohner werden nicht evakuiert, aber ihnen wird geraten, in den Wohnungen zu bleiben.

Antiterror-Einsätze gegen islamistische Gruppen wurden am Donnerstag an mehreren Orten in Belgien durchgeführt. In diesem Zusammenhang haben auch Hausdurchsuchungen in Brüssel, Molenbeek und in Vilvoorde stattgefunden.

Premierminister Charles Michel beobachtet die Situation, will aber noch nicht reagieren, um die Polizisten nicht unnötig zu gefährden.

Staatsanwaltschaft bestätigt Einsatz der Spezialeinheiten

Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagabend gegen 20.30h hat die belgische Staatsanwaltschaft den Anti-Terroreinsatz bestätigt.

Im Rahmen von Terrorermittlungen seien am Donnerstag ein Dutzend Hausdurchsuchungen in Belgien durchgeführt worden, unter anderem in Brüssel, Halle und Vilvoorde. Ehemalige Syrienkämpfer hätten die Absicht gehabt, terroristische Anschläge gegen Polizeidienste in Belgien durchzuführen, fügte Eric Van Der Sypt von der belgischen Staatsanwaltschaft nach der Pressekonferenz gegenüber den anwesenden Journalisten hinzu. Man habe vor einigen Wochen mit den Ermittlungen in diese Richtung begonnen, hieß es noch.

Als die Polizei versucht habe, ins Haus einzudringen, hätten die Verdächtigen direkt mit Feuerwaffen auf die Spezialeinheiten, die zur Unterstützung der föderalen Polizei eingesetzt wurden, geschossen. Man habe damit gerechnet, dass es zu einem Schusswechsel kommen könne. Zwei der Verdächtigen seien tödlich getroffen worden, eine Person sei verletzt und hätte verhaftet werden können. Die drei Verdächtigen hätten mit den Anschlägen in Paris allerdings nichts zu tun gehabt, so die Staatsanwaltschaft noch. Auch ergänzte Van Der Sypt, seien alle drei Verdächtigen im Besitz der belgischen Staatsbürgerschaft.

Mehr Details will die Staatsanwaltschaft erst am morgigen Freitag um 11 Uhr auf einer weiteren Pressekonferenz geben.
Die Polizeidienste hätten außergewöhnliche Arbeit geleistet, hieß es noch.

Inzwischen habe man die Terrorwarnstufe für alle Polizeidienste und -gebäude in Belgien von Stufe zwei auf Stufe drei angehoben und für ganz Belgien auf Stufe 2 belassen. Allerdings sei man verschiedenerorts besonders wachsam. Stufe vier ist die höchste Stufe hierzulande.