Sicherheitsvorkehrungen bei Armee und Polizei

Armeeanghörige, die nicht im Dienst sind, werden offenbar aufgefordert, sich ab morgen nur noch in zivil auf der Straße zu zeigen. Das ist aus Armeekreisen zu hören. Auch bei der Polizei geht die Angst um, denn die war Ziel des Anschlags, der quasi in letzter Minute vereitelt werden konnte.

Nicht nur die Bevölkerung macht sich nach den Anti-Terroreinsätzen in Belgien Sorgen um die Sicherheit. Auch viele Polizisten selbst fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut.

Nachdem die Terrorwarnstufe auf drei von vier im ganzen Land erhöht wurde, dürfen die Polizisten deshalb ausnahmsweise ihre Waffe mit nach Hause nehmen. Das Polizei-Hauptquartier in Antwerpen wird schwer bewacht. Die Polizisten dürfen nicht mehr allein auf Streife und tragen Schutzwesten. Vor allem im jüdischen Viertel in Antwerpen ist die Stimmung angespannt, die jüdischen Schulen hatten am heutigen Freitag aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Und wenn man mit Polizisten in der Polizeizone Het Houtsche (in Westflandern) spricht, hört man auch schon mal eine Antwort wie: "Ich habe immer schon das Gefühl gehabt, dass unsere Polizeizone ein Anschlagsziel sein könnte. Wir liegen nah an den Abfahrtswegen. Das ist nicht nur für Verbrecher, die einen Einbruch planen, ideal".

Ein anderer Polizist der Polizeizone Het Houtsche betonte gegenüber einer Kollegin vom Online-Dienst: "Ich dachte bei den Nachrichten gestern direkt, wir könnten unter den ersten sein".

Soldaten sollen jetzt die Polizei bei der Bewachung von öffentlichen Einrichtungen unterstützen. Und Armeeangehörige selbst wurden offenbar aufgerufen, wenn sie nicht im Dienst sind, auch keine Unform auf der Straße zu tragen. Dies sei zu ihrer eigenen Sicherheit, hieß es.