Terrorwarnstufe in Belgien auf 3 angehoben

Nach dem großen Polizei-Einsatz vom Donnerstag gegen ein Terrornetz in Belgien hat die Regierung die Terrorwarnstufe für das ganze Land auf 3 und damit auf die zweithöchste Stufe angehoben. Premierminister Charles Michel, der Justizminister Koen Geens und Innenminister Jan Jambon sind zu diesem Entschluss nach einem Treffen mit den Sicherheitsdiensten am Donnerstagabend gekommen.

Minister Jambon (kleines Foto) sagte im VRT-Radio am Freitagmorgen hierzu: "Das ist doch eine logische Entscheidung, nicht weil wir präzise Hinweise auf weitere Anschläge bekommen haben, sondern aus reiner Vorsicht."

"Wenn Sie so eine Aufräumaktion durchführen, wie wir das gestern gemacht haben, könnte das andere Terrorzellen vielleicht wachrufen. Wir halten es deshalb für ratsam, die Sicherheitsstufe auf ein höheres Niveau anzuheben."

In Antwerpen dürfen die Beamte inzwischen deshalb wieder ihre Dienstwaffen mit nach Hause nehmen. Das wurde auch auf der Krisensitzung am Donnerstagabend beschlossen. In Antwerpen und Westflandern haben verschiedene Polizeizonen alle Personalfotos offline geholt.

Mit der Erhöhung der Terrorwarnstufe von 2 auf 3 für das gesamte Land, werden mehrere Maßnahmen im Straßenbild deutlich sichtbar und zu spüren sein. Das sagt die Abteilung für Koordination und Analyse von Drohungen, OCAD. Die Sicherheitsmaßnahmen vor allem vor Polizeigebäuden im ganzen Land und vor den Justizgebäuden in Brüssel wurden verschärft. Am Brüsseler Justizpalast musste man an diesem Freitagmorgen wegen der verschärften Sicherheitskontrollen zum Beispiel stundenlang anstehen. Das Personal, Anwälte und sogar Gerichtsbeamte werden dort heute individuell einem Sicherheitscheck unterzogen, bevor sie den Justizpalast betreten dürfen. Den Sicherheitsdiensten zufolge hätten am Morgen rund 400 Menschen vor dem Gerichtsgebäude Schlange gestanden. 

"Wir wissen noch nicht, ob Anhörungen stattfinden können", so ein Richter in der Warteschlage. "In den 20 Jahren, die ich hier arbeite, habe ich noch nie so eine umfrangreiche Kontrolle gesehen."

Zu weiteren Maßnahmen vor anderen Einrichtungen oder Gebäuden wollte die OCAD noch nichts sagen.

In Antwerpen und in Brüssel bleiben jedenfalls alle jüdischen Schulen am heutigen Freitag geschlossen.