Terrorzelle plante Anschläge gegen Polizisten auf offener Straße

Auf einer Pressekonferenz der belgischen Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen hat der Sprecher Eric Van Der Sypt Details zum Anti-Terror-Einsatz in Verviers in Ostbelgien und weiteren Hausdurchsuchungen im Land bekannt gegeben. Insgesamt hätten 12 Hausdurchsuchungen am Donnerstag stattgefunden, direkte Verbindungen zu den Anschlägen in Paris gebe es nicht.

Die Hausdurchsuchungen haben in sechs verschiedenen Gemeinden stattgefunden: 2 in Verviers, 1 in Anderlecht, 6 in Molenbeek, 1 in Brüssel, 1 in Sint-Agatha-Berchem und 1 in Liedekerke. In Vilvoorde, wie gestern fälschlicherweise berichtet worden ist, habe es keine Hausdurchsuchung gegeben. Insbesondere in Molenbeek habe man Handfeuerwaffen gefunden. Außerdem seien Kriegswaffen, darunter Kalaschnikows, Sprengstoff, verschiedene Polizeiuniformen und Handys sowie Dokumente und Geld bei den Hausdurchsuchungen entdeckt worden.

Die Sprecher der Staatsanwaltschaft (ein französischsprachiger und der niederländischsprachige Sprecher) unterstrichen, dass es sich um eine belgische Operation und um eine belgische Terrorzelle gehandelt habe. Festgenommen wurden 13 Personen plus zwei in Frankreich. Beide Personen in Frankreich seien Belgier und Teil der Terrorzelle. Belgien will nun ihre Auslieferung beantragen.

Unter den Verdächtigen hätten sich auch zurückgekehrte Syrienkämpfer befunden. Es ist nicht deutlich, ob unter den festgenommenen Dschihadisten allein Männer sind oder ob sich auch Frauen darunter befinden. Auch konnten die Sprecher nicht versichern, dass alle Verdächtigen der Terrorzelle festgenommen werden konnten. "Die Ermittlungen müssen zeigen, ob wir alle haben", sagte der Sprecher Eric Van Der Sypt.

Die Sprecher betonten mehrmals, dass die mutmaßlichen Terroristen Anschläge gegen Polizisten auf offener Straße und in Polizeigebäuden geplant hätten und dass die Attentate kurz bevor gestanden hätten. Man habe die Anschläge gerade noch vereiteln können. 

Der gestrige Einsatz sei nicht Teil einer groß angelegten europäischen Operation gewesen, sondern ein rein belgischer Einsatz, hieß es noch. 

Zur Frage, ob eine Verbindung zur Terrororganisation Sharia4Belgium bestehe, wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Es gebe einen guten Grund, warum bestimmte Informationen derzeit nicht weitergegeben würden, so die Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Anti-Terroreinsatz gestern an verschiedenen Orten in Belgien ist einer der größten Anti-Terroreinsätze gewesen, die in Belgien je durchgeführt wurden. Beim Einsatz im ostbelgischen Verviers sind am Freitag zwei mutmaßliche Dschihadisten getötet worden, ein dritter wurde verletzt.