Erste Fallschirmjäger in Antwerpen im Einsatz

Erstmals seit den Anschlägen der linksterroristischen Gruppe CCC (Cellules Communistes Combattantes, deutsch: Kämpfende kommunistische Zellen) in Belgien Mitte der 1980er Jahre werden wieder Soldaten in den verschiedenen Städten zur Bewachung mehrerer öffentlicher Einrichtungen eingesetzt. Das ist eine der Anti-Terrormaßnahmen der belgischen Regierung, die am gestrigen Freitag vorgestellt wurden.
Nicolas Maeterlinck

Am Samstagmorgen haben die ersten Fallschirmjäger in Antwerpen ihre Arbeit zur Bewachung von öffentlichen Einrichtungen aufgenommen.

Über die genauen Voraussetzungen für den Einsatz von Soldaten hat die Regierungsspitze bis nach Mitternacht beraten.

In Antwerpen und Brüssel sind der Polizei an diesem Samstagmorgen rund 150 Soldaten zur Verfügung gestellt worden. Doch auch andere Städte können mit der Armee rechnen: Verviers, Charleroi und Lüttich. 240 Soldaten kommen zum Einatz. Insgesamt sind 300 Mann abrufbar.

Sie werden bestimmte strategische Plätze bewachen. Es ist ein statischer Auftrag, denn die Soldaten werden zum Beispiel nicht auf Streife gehen.

Sie sind allerdings bewaffnet, erklärt der belgische Verteidigungsminister Steven Vandeput und fügt gegenüber dem VRT-Radio hinzu: "Ich kann keine Informationen darüber gehen, an welchen Plätzen genau die Soldaten eingesetzt werden, aber es sind strategische Gefahrenzonen: Ausländische Botschaften, Gebäude der jüdischen Gemeinschaft. Dort besteht ein erhöhtes Terrorrisiko. Es muss ein Fall allgemeiner Gefahr vorliegen, also Terrorwarnstufe 3, was heute der Fall ist und die noch bis nächste Woche gilt. Nächste Woche wird die Situation neu analysiert."

Eine wichtige Voraussetzung ist die Terroralarmstufe 3 in ganz Belgien, die derzeit gilt. Was nicht ausreichen würde, wäre eine Terrorwarnstufe 3 in bestimmten Stadtteilen wie im jüdischen Viertel. Außerdem wird die Situation regelmäßig neu ausgewertet und der Armeeauftrag kann eventuell um einen Monat verlängert werden. Er kann aber auch verkürzt werden, falls die Terrorwarnstufe herabgesetzt wird.

Die Rechnung soll von den Städten selbst bezahlt werden oder vom Ministerium.

Nicolas Maeterlinck