Terrorverdächtiger aus Molenbeek in Griechenland aufgespürt

Im Zuge der Ermittlungen zur Islamistenzelle, die am Donnerstag in Verviers ausgehoben wurde, ist ein Verdächtiger in Griechenland aufgespürt worden. Der Mann ist ein Syrienrückkehrer. Er hatte eine koordinierende Rolle bei den geplanten Anschlägen gegen Polizisten in Belgien inne.

Abdelmahid Abaaoud ist ein 27-jähriger Belgier marrokanischer Herkunft, der vor seiner Abreise nach Syrien im Brüsseler Viertel Molenbeek wohnte. Er wird als der Kopf der Terrorzelle bezeichnet, die letzten Donnerstag größtenteils ausgehoben wurde. 

Abaaoud, der den Kämpfernamen Abu Omar Soussi trägt, hält sich derzeit offenbar in Griechenland auf. Dort hat man ihn aufgespürt. Diese Information wurde der VRT-Redaktion bestätigt.

Er ist ein ehemaliger Syrienkämpfer und der Polizei in Belgien seit längerem bekannt. Er war immer wieder an Greueltaten beteiligt. Hierzu gibt es verschiedene Fotos und Filme. Im März dieses Jahres tauchte er zum Beispiel auf Bildern auf, auf denen er am Steuer eines Autos sitzt, ein Pick-up, der mehrere Leichen transportiert, die von der Terrorgruppe IS getötet wurden (siehe großes Foto).

Der 27-Jährige soll Telefonate mit dem Bruder (der im Gefängnis von Lantin sitzt) von einem der beiden am Donnerstag in Verviers von der Polizei getöteten Dschihadisten geführt haben, hieß es im Privatfernsehen VTM am Freitagabend und in mehreren anderen Medien am Samstag. Die Polizei soll von den verdächtigen Kontakten unterrichtet worden sein. Durch das Abhören ihrer Gespräche habe die Polizei von den geplanten Attentaten in Belgien erfahren und die Schlüsselfigur, die die Fäden im Hintergrund zog, identifizieren können.

Der belgische Geheimdienst habe die griechischen Behörden aufgefordert einzugreifen, was diese jedoch offenbar nicht getan haben.

Die belgischen Sicherheitsdienste waren eine zeitlang davon ausgegangen, dass Abdelmahid Abaaoud tot sei. Es waren Fotos von seiner Leiche in den sozialen Medien aufgetaucht. Möglicherweise hat er seinen Tod selbst inszeniert, um so der Überwachung der Anti-Terroreinheit zu entgehen.

Laut der französischsprachigen Zeitung La Dernière Heure habe das amerikanische FBI und der israelische Mossad nach dem Terrorverdächtigen mitgesucht. Der jüngere Bruder von Abaaoud tauchte vor einigen Monaten in den Medien auf, weil er als 13-Jähriger nach Syrien abgereist war. In britischen Zeitungen wurde der Junge als "jüngster Dschihadist" bezeichnet.

Wer sind die beiden in Verviers getöteten Dschihadisten?

Über die beiden beim Ani-Terroreinsatz in Verviers von der Polizei getöteten Terroristen ist inzwischen bekannt, dass es sich um einen Belgier aus dem Brüsseler Milieu handelt und um einen Niederländer. Beide waren zurückgekehrte Syrienkämpfer. Namen werden von den Behörden nicht weitergegeben.