Angst ist kein guter Ratgeber

Die Vorsitzende der flämischen Liberalen von der Open VLD, Gwendolyn Rutten (Foto), rief in der VRT-Polittalkshow De Zevende Dag (dt.: Der siebte Tag) dazu auf, nicht in die Falle der Angst zu tappen und uns von ihr leiten zu lassen. Dies sagte sie vor dem Hintergrund der Anschläge in Paris und den Anti-Terroreinsätzen in Belgien.

Rutten befürchtet Maßnahmen, die "unsere Privatsphäre verletzen oder die Freiheit der Meinungsäußerung beeinträchtigen." Der Einsatz des Militärs sei für bestimmte internationale Zielscheiben vertretbar, aber "wir sind doch kein Kabul", so Rutten.

Terror ist barbarisch und inakzeptabel, aber gleichzeitig auch eine politische Tat. Terroristen suchen sich strategische Ziele aus. Das dürfen wir nicht zulassen, hieß es.

Der Einsatz von Soldaten ist zum Beispiel vor amerikanischen Botschaften oder internationalen Zielen vertretbar, aber "wir dürfen die Armee nicht auf unseren Straßen Streife laufen lassen. Wir sind doch nicht in Kabul".

Rutten steht voll und ganz hinter den Regierungsmaßnahmen von Premier Michel, die er am Freitag in Zusammenhang mit den vereitelten Anschlagsplänen in Belgien vortrug. "Wir haben die Maßnahmen vorab gründlich und genau diskutiert."

Gleichzeitig hält Rutten es für besonders wichtig, "eine sehr komplexe Situation nicht in einen Topf zu werfen. Eine große Mehrheit der Muslime hält das auch für verabscheuenswürdig."