Griechenland war falsche Fährte

Die Staatsanwaltschaft hat am Sonntagmorgen gemeldet, dass die beiden in Athen festgenommenen Verdächtigen nichts mit der Terrorzelle, die am Donnerstag größtenteils im belgischen Verviers ausgehoben wurde, zu tun hätten. Unterdessen wird in Griechenland noch immer nach dem vermutlichen Kopf hinter den Anschlagsplänen gefahndet.

Zunächst waren vier Verdächtige am Samstag in Griechenland festgenommen worden, zwei jedoch gleich wieder freigelassen. Die beiden anderen, so stellte sich nach weiteren Ermittlungen heraus, hätten auch nichts mit den vereitelten Anschlagsplänen in Belgien zu tun.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Belgien, die die Ermittlungen im Falle der am Donnerstag im ostbelgischen Verviers größtenteils ausgehobenen Dschihadistenzelle in Belgien leitet, hat am Sonntag jeglichen Zusammenhang zu den Verhaftungen am gestrigen Samstag in der Athener Innenstadt dementiert.

"Es hat sich herausgestellt, dass keinerlei Zusammenhang zwischen den Personen und den Ermittlungen besteht", so Eric Van Der Sypt, Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft.

Polizeikreise in Athen hatten zunächst von vier Festnahmen mutmaßlicher islamistischer Extremisten gesprochen und darüber informiert, dass die Anti-Terroreinheit der Polizei DNA und digitale Fingerabdrücke der Verhafteten an die belgischen Behörden weitergeleitet hätten, um zu überprüfen, ob einer von ihnen Abdelhamid Abaaoud sei. Abaaoud wird in den belgischen Medien als der Anführer der in Belgien enttarnten Terrorzelle bezeichnet.

Die Untersuchungen haben also ergeben, dass keine der vier Personen, die am Samstag von der griechischen Polizei aufgespürt worden waren, zur in Belgien enttarnten Terrorzelle gehören.

Abaaoud?

Die Frage nach Abaaoud hat die belgische Staatsanwaltschaft am Sonntag erneut offengelasssen.

Sie will weder bestätigen noch bestreiten, dass Abaaoud hinter der Terrorzelle stecke und diese von Griechenland oder der Türkei aus leite und finanziere, wie dies mehrere belgische Medien berichten.