Gasexplosion Lüttich 2011: Das Gutachten ist ungültig

Auch fünf Jahre nach der verheerenden Gasexplosion im Lütticher Stadtzentrum, bei der 14 Menschen ums Leben kamen, besteht über die Ursache noch keine Klarheit. Der Grund für diesen Umstand? Weil gegen einen der Gutachter Befangenheit angemeldet wurde, musste die bisherige Arbeit für nichtig erklärt werden.

Fünf Jahre nach der tödlichen Gasexplosion in der rue Léopold im Stadtzentrum von Lüttich wissen die Angehörigen der 14 Todesopfer noch immer nicht, wie es zu dem Unglück kam. Am 27. Januar 2010 zerstörte eine Gasexplosion mehrere Gebäude.

Wer aber für diese Katastrophe letztendlich verantwortlich ist, bleibt unklar. Bisher wurde niemand zur Rechenschaft gezogen und das entsprechende Gutachten, dass die Stadt Lüttich in Auftrag gegeben hatte, bekam niemand zu Gesicht. Dieses Gutachten ist offenbar kurz vor der Veröffentlichung wieder eingezogen worden, weil einer der von der Stadt beauftragten Gutachter 15 Jahre vor dem Unglück für die Stadtverwaltung gearbeitet haben soll. Deshalb wurde Befangenheit angemeldet und das gesamte Gutachten für nichtig erklärt.

Jetzt wird ein neues Gutachtgen erstellt. Angehörige der Opfer befürchten, dass von politischer Seite Druck ausgeübt werde, um eventuelle Verantwortlichkeiten nicht ans Tageslicht kommen zu lassen. Seltsam ist auch, dass im Zuge des Auftrags zur Erstellung des entsprechenden Gutachtens bekannt war, dass die entsprechende Person früher für die Stadt Lüttich gearbeitet hatte. Jetzt, nach dem Abrunden des Gutachtens, scheint das plötzlich ein Problem darzustellen.