Pünktliche Bahn: "2014 war ein gutes Jahr"

Nach eigenen Angaben war die belgische Bahn im vergangenen Jahr so pünktlich, wie seit Jahren nicht mehr. Mit einer Pünktlichkeitsrate von 88,2 %, so die Bahn, waren 2014 neun von 10 Reisezügen nach Fahrplan, bzw. mit einer Verspätung von weniger als 6 Minuten an ihren Zielorten. Inzwischen macht Eurostar mit der dritten Panne in nur wenigen Tagen Zeit wieder von sich reden.

Im Vergleich mit 2013 konnte die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB ihre Pünktlichkeit um 2,6 % steigern und verbuchte damit in dieser Hinsicht das beste Resultat seit 2009. Das mag die Bahn zufrieden stimmen, doch die Tatsache, dass man hier mit einem Kriterium hantiert, dass Verspätungen, wenn auch „nur“ unter 6 Minuten, akzeptiert, verärgert die Fahrgäste und besonders die täglichen Berufspendler.

Doch auch bei der Bahn selbst will man nicht alles glänzen lassen, was eigentlich kein Gold ist. Schließlich fahren immer noch 11,8 % der Züge in Belgien mit großen oder größeren Verspätungen, wie Frédéric Petit, der Sprecher der bahneigenen Infrastrukturgesellschaft Infrabel gegenüber der Gratiszeitung für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, Metro, angab: „Wir haben eine Umkehr auf die Beine gestellt und das ist ermutigend. Gleichzeitig könnte unsere Zusammenarbeit mit der NMBS/SNCB noch besser verlaufen, sowohl national, als auch regional.“

Ein Wehrmutstropfen ist allerdings, dass die Zahl der ausgefallenen Züge im vergangenen Jahr weiter angestiegen ist. Dies führt Infrabel-Sprecher Petit unter anderem auf die vielen Streikaktionen der Gewerkschaften im vergangenen Jahr zurück. Infrabel muss übrigens in diesem Jahr 170 Mio. € einsparen. Im Zuge der von der belgischen Bundesregierung eingeforderten Sparmaßnahmen bedeutet das, dass Infrabel rund 550 Stellen streichen muss. Damit werden wohl sämtliche in Rente gehenden Infrabel-Eisenbahner nicht mehr ersetzt werden.

Wieder Panne beim Eurostar

Seit Mittwochmorgen läuft der Bahnverkehr durch Eurotunnel nur auf einem Gleis. Das heißt, dass alle Züge - sowohl die Eurostar-Züge zwischen Brüssel bzw. Paris nach London, als auch die Güter- und LKW-Shuttle-Züge zwischen dem europäischen Festland und Großbritannien - alternierend durch den Tunnel fahren.

Per Twitter meldete die Eurostar-Zentrale im nordfranzösischen Lille, dass ein Bruch an der Oberleitung für dieses Problem sorgt. Das bedeutet, dass alle Eurostar-Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Brüssel Süd/Midi und London St. Pancras mindestens eine Stunde Verspätung in beiden Richtungen haben werden.

Das ist bereits die dritte Störung bei Eurostar in nur wenigen Tagen. Am Samstag war der Eurotunnel für rund 12 gesperrt, nach dem ein Brand gelöscht werden musste und am Sonntag mussten 11 Züge gestrichen werden, weil schon einmal ein Oberleitungsbruch repariert werden musste.