Keine Charlie Hebdo-Expo im Hergé-Museum

Das Hergé-Museum in Louvain-la-Neuve hat seine geplante Ausstellung zu Ehren der ermordeten Macher des Magazins "Charlie Hebdo" abgesagt. Das meldet die Zeitung Le Soir. Aus Sicherheitsgründen könne die Ausstellung nicht eröffnet werden, heißt es.

Der Stadtrat von Louvain-la-Neuve hatte erst am gestrigen Mittwoch von der Ausstellung erfahren. Bürgermeister Jean-Luc Roland und die zuständigen Beamte der örtlichen Polizei haben deshalb beschlossen, sich selbst die Ausstellung einmal anzusehen.

Danach haben sie Nick Rodwell, den Direktor von Moulinsart und vom Nachlass Hergés, bei einer Krisensitzung über die Risiken informiert. Sie wiesen ihn daraufhin, dass sowohl das Personal der Ausstellung als auch die Bevölkerung von Louvain-la-Neuve Ziel eines Anschlags werden könnten.

Sicherheit der Bürger nicht gefährden

Bürgermeister Roland bedauert den Entschluss. "Ich bin für die freie Meinungsäußerung und ich finde es schade, dass ich erfahren muss, dass die Ausstellung abgesagt ist. Ich finde sie sehr ergreifend."

Er weist auf die Empfehlungen der (wallonischen, Red.!) Vereinigung von Städten und Gemeinden hin, die bestimmte Sicherheitsmaßnahmen vorschreibt und auf das Zentrum, das die Sicherheitssituation kontrolliert. In der Empfehlung wird der Stadt von der Ausstellung in diesem Zusammenhang abgeraten. 

"Wir haben Nick Rodwell informiert und ihm gesagt, dass er zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen unternehmen müsse, aber er entschied sich dafür, das Personal und die Einwohner von Louvain-la-Neuve nicht zu gefährden und die Ausstellung abzusagen."

Rodwell zufolge, sei er sich nicht über den Ernst der Terrorgefahr und über die Angst in der Bevölkerung im Klaren gewesen. "Das Hergé-Museum ist nicht dazu da, um Öl ins Feuer zu gießen", sagt er in einer Reaktion gegenüber der Zeitung Le Soir. Man müsse jetzt erst einmal in Ruhe über eine eventuelle Lösung, die für alle sicher ist, nachdenken.