Löwen erhebt Steuern auf leerstehende Geschäfte

Die Stadt Löwen erhebt eine jährliche Steuer von 2.500 € auf Geschäftslokale, die länger als ein Jahr leer stehen. Damit will die Stadtverwaltung die Besitzer solcher Initiativen dazu bringen, zumindest zu versuchen, ihre Geschäftslokale für kommerzielle Aktivitäten nutzen zu lassen, z.B. für Pop-Up-Stores.

Löwens Stadtverordnete für den Mittelstand, die flämische Christdemokratin Els Van Hoof (CD&V), gab an, dass aktuell in der Flämisch-Brabanter Universitätsstadt etwa 2.100 Gebäude registriert sind, die für Handelsaktivitäten zugelassen sind. 160 davon allerdings stünden derzeit leer.

Doch diese sorgen in der unmittelbaren Nachbarschaft nach Feststellungen der zuständigen Stadtverordneten für Frustrationen, denn benachbarte Geschäftsleute klagen schon nach kurzer Zeit über einen „schmuddeligen Eindruck“, der dadurch vermittelt werde. Die Stadt Löwen habe bereits einige Kampagnen zur Sensibilisierung in die Wege geleitet, z.B. eine Sticker-Aktion unter dem Motto „Wenn sie hier ein Geschäft eröffnen würden.“

Auch Aufrufe zu Pop-Up-Initiativen seien bereits in Angriff genommen worden. Doch dies sei bei den Besitzern leerstehender Geschäftslokale bisher auf taube Ohren gestoßen. Deshalb nehme man jetzt eine neue Initiative in Angriff.

Els Van Hoof will Immobilienbesitzer, die eher dazu geneigt sind, ihre Geschäfte ungenutzt zu lassen, anregen, diese doch zu vermieten: „Man kann von der Besteuerung auf leerstehende Geschäftslokale maximal zwei Jahre freigestellt werden, wenn man seine Immobilie für die Dauer von mindestens drei Monaten in diesem Zeitraum für Pop-Up-Initiativen zur Verfügung stellt.“ Auf diese Weise würde das Lokal wieder positiv ins Gespräch kommen, so die Löwener Kommunalpolitikerin.

Löwen ließ sich zu dieser Initiative von der flämischen Stadt Mechelen (Prov. Antwerpen) inspirieren, die eine ähnliche Aktion mit Erfolg im Jahr 2013 in die Wege geleitet hatte. Dies brachte dort in der Folge insgesamt fünf definitive Geschäftsgründungen zustande.