EU-Preis für Bürgerrechte geht an "Bednet"

„Bednet“ ist eine flämische Initiative, über die schwerkranke Kinder über Internet am Unterricht in ihrer ursprünglichen Klasse teilnehmen können. Dadurch verpassen die Schulkinder zum einen nicht so viel Schulstoff und zum anderen bleiben sie in Kontakt mit ihren Mitschülern und den vertrauten Lehrkräften.

Ann Van Roy erklärte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, wie das System „Bednet“ funktioniert: „Wir stellen den erkrankten Kindern zu Hause und deren Schulklassen die Computer zur Verfügung und sorgen für eine entsprechende Internetverbindung. Damit kann das Kind quasi live mit seinen Mitschülern einige Stunden pro Woche am Unterricht teilnehmen.“

Die kleinen Patienten können auch intervenieren, in dem sie, wie ihre Mitschüler in der Schule, ihre Hand heben, um sich zu melden. Damit bleiben sie der Gruppendynamik ihrer Klasse verbunden. „Bednet“ sorgt auch dafür, dass die erkrankten Kinder zu Hause den zu bearbeitenden Schulstoff erhalten, sei es durch Scannen oder durch Ausdrucke. Alle technischen Voraussetzung für eine Teilnahme am „Bednet“-Projekt sind sowohl für die betroffenen Kinder, als auch für die jeweiligen Schulen kostenlos.

Das flämische Bildungsministerium wird das Budget für „Bednet“ vervierfachen, wie Landesbildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) ankündigte. „Bednet“ ist eines von insgesamt 47 Projekten in der Europäischen Union, die den EU-Preis für Bürgerrechte empfangen durften. Bildungsministerin Crevits und der flämische Europaabgeordnete Ivo Belet (CD&V-EVP - kl. Foto) überreichten den EU-Bürgerrechtspreis symbolisch der Grundschule Massemen in Wetteren (Prov. Ostflandern). Dort nimmt ein 9 Jahre altes an einem Hirntumor leidendes Mädchen seit zwei Jahren über „Bednet“ am Unterricht teil.

Für den flämischen EU-Abgeordneten Ivo Belet, der das „Bednet“-System aus Flandern für den EU-Preis für Bürgerrechte vorgeschlagen hatte, ist Bildung für jeden unabdingbar: „Bildung und Ausbildung sind unverzichtbare Voraussetzungen, um in unserer Gesellschaft seinen Platz finden zu können und sie sind eines der wichtigsten Fundamente in der Frage der Bürgerrechte.“