Fußballbund: Finanzaudit legt Misswirtschaft bloß

Die belgischen Fußballclubs haben sich geweigert, den Verwaltungsrat des Königlichen Belgischen Fußballverbandes (KBVB) zu entlasten. Sie wollen dessen Jahresbericht nicht unterzeichnen. Der Grund? Ein Audit der KBVB-Finanzen legte Misswirtschaft und Unregelmäßigkeiten bloß. Die Clubs sind entsetzt.

Die flämische Tageszeitung Het Laatste Nieuws hatte Einblick in das Finanzaudit des belgischen Fußballbundes. Widersprüchlich sei zum Beispiel, dass der KBVB im vergangenen Jahr einen Verlust von 200.000 € erwirtschaftete, obschon angegeben wurde, dass alleine die Teilnahme an der Fußball-WM in Brasilien dem Bund Verdienste in Höhe von 1,4 Mio. € in die Kasse gespült hatte.

Doch eigentlich bestätigt das Finanzaudit beim Fußballverband nichts wirklich Neues, denn schon im vergangenen Sommer, im Zuge der Anrechnung der WM-Teilnahme, wurde harsche Kritik am Finanzgebaren der KBVB-Bosse laut. Dabei ging es unter anderem um eine stornierte Rechnung für ein Hotel für die Spielerfrauen, dass eigentlich nicht genutzt wurde. Die Stornokosten sollen damals bei rund 300.000 € gelegen haben.

Doch dieses Beispiel und andere Ungereimtheiten, die der Audit festgestellt hat, seien nur die Spitze des Eisbergs, heißt es dazu in Het Laatste Nieuws. So sollen Unternehmen dem Verband mehr und höhere Rechnungen geschickt haben, als geplant und der KBVB soll Geschäfte, z.B. mit dem Medienunternehmen Boondoggle, ohne gültigen Vertrag abgeschlossen haben. Vorwürfe laufen auch gegen Bonka Circus, das Medienunternehmen von Nationalmannschafts-Kapitän Vincent Kompany. Dieses Unternehmen soll für seine TV-Arbeit vor und während der WM einen Betrag in Rechnung gestellt haben, der fünfmal höher lag, als abgesprochen.

"Achtlose Finanzpolitik"

Die ProLeague, der Verband der belgischen Profivereine, verlangt ein weiteres Audit, das sich viel tiefer in die als „achtlos“ bezeichnete Finanzpolitik des KBVB eingraben soll. Inzwischen reagierte der Steven Martens, der CEO des Fußballverbandes auf die Vorwürfe mit der Aussage, dass es sich hierbei „eine persönliche Abrechnung gegen ihn handelt.“ Es war aber Martens, der um Zuge der WM-Teilnahme sagte, dass die „Roten Teufel“ hohe Gewinne in die Kassen spülen würden.