Brüssels Frachthafen: Leicht stagnierende Zahlen

Der Verkehr im Brüsseler Hafen hat im vergangenen Jahr um 1 % zugenommen. Zwar stiegen 2014 die Umschlagszahlen, sprich das Laden und Löschen von Gütern und Waren um 3 %, doch der Transitverkehr via Brüssel über die belgischen Binnenwasserwege ging um 2 % zurück.

Der globale Verkehr, also die gesamte Schifffahrt zum, vom und durch den Brüsseler Hafen, hatte 2014 ein Volumen von fast 6,7 Mio. Tonnen. Davon wurden im Hafen 4,5 Mio. Tonnen umgeschlagen. Nach Angaben der Brüsseler Hafenbehörden entsprach das in etwa der Frachttonnage von 625.000 Lastwagen. Die Binnenschifffahrt in Brüssel sorgte dabei für 97.000 Tonnen weniger ausgestoßene Schadstoffe, wie z.B. Feinstaub oder CO2-schädlliche Abgase. Die Brüsseler Mobilität wurde durch diese Art des Frachtverkehrs zudem um 24,5 Mio. € entlastet, wie die Hafenbehörden mit Nachdruck melden.

Zwei Arten von Ladung sorgen für zumindest leicht ansteigende Umschlagszahlen: Der Export von Erde und das Heranschaffen von Baustoffen. Dies ist eine Folge der umfassenden Bautätigkeit in der Stadt Brüssel und in der Region Brüssel-Hauptstadt. Das Löschen von Ölprodukten ging 2014 zurück. Das wiederum wurde mit dem milden Winter im vergangenen Jahr erklärt. Zudem waren diese Zahlen während des eisigen Winters im Jahr davor sehr stark angestiegen.

Im Bereich Container-Umschlag konnte der extrem starke Rückgang um 18 % im Laufe des Jahres 2013 zurückgedrängt werden. Trotzdem blieb ein Negativwert von -4 % weiter bestehen. Einer der Gründe für diesen negativ bleibenden Wert waren mehrere Unterbrechungen der Schifffahrtswege zwischen Brüssel und dem Seehafen von Antwerpen durch Unfälle und durch Streiks der Schleusenwärter bzw. der Schifffahrtsbeamten, bei denen die Reeder andere Häfen anfuhren oder die Binnenschiffe Umwege fahren mussten.

Die Importwerte sanken vergangenes Jahr in Brüssel ebenfalls leicht, doch die Ausfuhr von Schrott und Glas stieg wieder an. Die Brüsseler Hafenbehörden gehen dieses Jahr von einer „neuen Dynamik“ aus und erwarten wieder allgemein steigende Umschlags- und Verkehrszahlen.