Viele Moslemextremisten kommen aus Mittelschicht

Viele jugendliche Moslemextremisten kommen aus der Mittelschicht und haben studiert. Das sagt die Sozialforscherin Marion Van San von der Universität von Rotterdam in der Zeitung De Standaard. Es sind also nicht alles benachteiligte Jugendliche, die in den Dschihad nach Syrien ziehen.

"Was in Belgien bei der Debatte ein bisschen schade ist, ist, dass man hier so tut, als seien das alles wenig ausgebildete Jugendliche, die sich von der Gesellschaft alleine gelassen fühlen. Wenn Sie davon ausgehen, dann finden Sie natürlich gängige Lösungen, um dagegenzusteuern: Zum Beispiel müssen wir gegen die Arbeitslosigkeit vorgehen und die Armut noch besser bekämpfen", so Van San.

"Das muss man in der Tat alles machen, aber Sie dürfen nicht die Illusion aufrecht erhalten, dass man mit einer Armutsbekämpfung oder dem Kampf gegen Arbeitslosigkeit die Radikalisierung ausrotten kann. Im Gegenteil!"

Van San spricht am heutigen Montag vor dem Ausschuss gegen Radikalisierung im flämischen Parlament.