Noch eine 'Steueramnestie' in Belgien

Gut ein Jahr nachdem man eine wie es hieß "letzte Regularisierung" für Schwarzgeld in Belgien durchführte, hat das Finanzamt jetzt eine neue Richtlinie für Menschen ausgearbeitet, die ihr Schwarzgeld nach Belgien zurückbringen wollen.

Menschen, die noch immer ihr Schwarzgeld im Ausland gebunkert haben, können also aufatmen, denn das Finanzamt will erneut eine Art Steueramnestie für diese Leute durchführen.

2013 sollte eigentlich die letzte Regularisierungsrunde sein, aber offenbar gibt es noch jede Menge Steuerhinterzieher, die ihr Schwarzgeld nun doch "entkriminalisieren" wollen. 

Das Finanzamt will sie jetzt alle auf die gleiche Weise behandeln. Der belgische Finanzminister Johan Van Overtveldt (kleines Foto) betont allerdings, dass es sich dabei nicht um eine erneute Steueramnestie-Runde handele.

"Das ist keine neue Amnestie. Es handelt sich um eine Vereinheitlichung der Regeln, die appliziert werden, sobald sich Menschen spontan mit der Bitte melden, ihre Steuerakte gesetzlich in Ordnung zu bringen."

"Man kann das am besten mit unserer Straßenverkehrsordnung vergleichen, bei der jetzt Vereinbarungen getroffen worden sind, um Bußgelder für Verkehrsverstöße im ganzen Land zu vereinheitlichen."

Auf die Steuerhinterzieher wartet ein hohes Bußgeld, das vom Betrag abhängt, der angegebend wird.

Klingelnde Staatskasse?

Wer sein Schwarzgeld wieder legal in Belgien anlegen will, muss mit einem Bußgeld zwischen 20 und 50 Prozent des Betrages rechnen, der an Steuern auf den Betrag hätte bezahlt werden müssen, so der Minister noch - plus natürlich die Steuern selbst.

Das ist gut für die Staatskasse, die aufgrund der Krise ein bisschen zusätzliches Geld gut gebrauchen kann. Letztes Jahr sollen mit den Rückführungen von Schwarzgeld 800 Millionen Euro eingenommen worden sein. Die neue Regierung hofft, dass das dieses Mal auch der Fall sein wird. Allerdings will der Minister keine Zahlen nennen.