Kinder und Internet: Vieles bleibt verborgen

Jedes fünfte Kind im belgischen Bundesland Flandern zwischen 8 und 12 Jahren verfügt über eine geheime Emailadresse. Mehr als die Hälfte aller Kinder in dieser Altersgruppe hat über die sozialen Netzwerke schon einmal eine andere Identität aangenommen oder falsche Altersangaben gemacht. Dies ergab eine flandernweite Studie zu diesem Thema.

Nach einer flandernweiten Studie über das Verhalten von Kindern im Internet wissen Eltern und Lehrer von Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren nur wenig darüber, wie diese sich im Netz verhalten. Über die Hälfte der Kinder in dieser Altersgruppe flunkert im Internet oder in den sozialen Netzwerken ab und zu über ihr wirkliches Alter im Kontakt zu (oft unbekannten) Erwachsenen und jedes fünfte Kind verfügt über eine vor den Erwachsenen geheim gehaltenen Email-Adresse, wie die flämische Tageszeitung De Standaard nach Einblick in dieser Studie berichtet.

B-CCENTRE, eine mit der Löwener Universität (KULeuven) verbundene Forschungsgruppe, die sich auf Cyber-Kriminalität konzentriert, versuchte als erste Instanz in Flandern, das Verhalten der hiesigen Schulkinder im Grundschulalter im Internet zu analysieren. Dazu legten die Wissenschaftler 1.437 entsprechenden Kindern einen Fragebogen vor. Daraus wurde deutlich, dass etwas mehr als die Hälfte der 8 bis 12jährigen die elterlichen Regeln bezüglich des Internets auf die eine oder andere Art und Weise umgehen.

Stefan Bogaerts, der für B-CCENTRE an der Studie beteiligt war, erläuterte am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dies nicht grundsätzlich ein Problem sei, auch wenn dies Risiken beinhalte: „Es gehört zur Entwicklung im Wachstum von jüngeren Kindern, dass sie auch mal Dinge heimlich ausprobieren. Auf der anderen Seite kann sich dahinter auch eine Gefahr verbergen, weil sich bis zu 700.000 Erwachsene weltweit im Internet tummeln, die vor allem im Hinblick auf Kinder schlechtes im Sinn haben.“