Kanada: Belgischer EX-Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs zu 19 Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige flämische Pfarrer Eric Dejaeger ist in Kanada zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wird sexueller Missbrauch an 30 Eskimo-Kindern angelastet.

Dejaeger aus Roeselare war in den 70er Jahren nach Kanada ausgewandert, um dort Inuiten zum Christentum zu bekehren. Der Missbrauch datiert aus dieser Zeit.

Da Dejaeger bereits seit acht Jahren im Gefängnis sitzt, muss er noch elf weitere Jahre absitzen.

Mit 68 Jahren wurde er letzten September in 31 Fällen wegen sexueller Übergriffe für schuldig befunden. In einem weiteren Fall wurde er wegen Zoophilie verurteilt.

Eric Dejaeger hatte sich in 8 Fällen von insgesamt 80 Hauptanklagepunkten schuldig bekannt.

Der ehemalige Missionnar war in den 70er Jahren in den Norden Kanadas gezogen. Die meisten Verbrechen habe er auf einer Insel in mehr als tausend Kilometer Entfernung (Luftlinie) von Iqaluit, der Hauptstadt des seit 1. April 1999 bestehenden kanadischen Territoriums Nunavut, begangen, heißt es beim kanadischen Strafgericht.

Prozessauftakt war im November 2013. Der Prozess musste jedoch aus meteorologischen Gründen verschoben werden und endete letzten Mai.

Im Rahmen eines früheren Verfahrens war Eric Dejaeger bereits 1990 zu 5 Jahren Gefängnis wegen der Vergewaltigung von 8 Kindern verurteilt worden. Als er frei kam und erneut Anzeigen von rund 20 neuen Opfern gegen ihn eingingen, floh er nach Belgien.

Da seine Situation unhaltbar wurde, wies Belgien ihn vor vier Jahren wegen illegalen Aufenthalts aus. Er hatte in der Tat aufgrund der Annahme der kanadischen Staatsbürgerschaft die belgische verloren.

Am 20. Januar 2011, bei seiner Ankunft in Kanada, wurde er verhaftet. Seither sitze er im Gefängnis, heißt es beim kanadischen Gericht.