Denkmalschutz-Antrag für Brüssels Vossenplein

Mehrere Bürgerinitiativen aus Brüssel haben gemeinsam einen Antrag auf Denkmalschutz für den Vossenplein in der Altstadt Marollen eingereicht. Dieser Platz beherbergt seit 1873 den täglichen Flohmarkt, doch die Stadt Brüssel plante dort den Bau eines unterirdischen Parkhauses. Die Brüsseler aber lassen nicht locker und wollen „ihren“ Vossenplein so erhalten, wie er jetzt ist.

Die Bürgerinitiativen Pétition-Patrimoine und Platform Marollen haben gemeinsam bei der Direktion Denkmäler und Landschaften der Region Brüssel-Hauptstadt einen Antrag auf Denkmalschutz für den Vossenplein und für einige diesen Platz umgebende historische Gebäude gestellt - z.B. für die Feuerwehrkaserne, die der berühmte Brüsseler Architekt Joseph Poelaert baute. Zu den schützenswerten Objekten um den Vossenplein herum gehören in den Augen der Bürgerinitiativen der gesamte öffentliche Raum des Platzes und ein unterirdischer Luftschutzbunker unter dem Platz.

Dieser Antrag sorgt für einen höheren Druck auf die Behörden, die sich mit dem Denkmalschutz in Brüssel beschäftigen. Die Initiativnehmer erwarten jetzt, dass die Brüsseler Regionalregierung die Pläne der Stadt Brüssel für den Parkplatz analysiert und gleichzeitig dem Antrag auf Denkmalschutz überdenkt. Der Vossenplein in den Marollen ist nicht nur den dort Ansässigen heilig, sondern vielen Brüsselern. Nicht zuletzt ist das Viertel eines der letzten historischen fast vollständig intakten Stadtvierteln der belgischen Hauptstadt. Und die Touristen aus dem In- und Ausland haben den Vossenplein, das ihm umgebende Viertel und den täglichen Flohmarkt längst entdeckt.

Inzwischen wird aber auch deutlich, dass die Stadt Brüssel ihr Vorhaben am Vossenplein selbst überdenkt. So soll der zu bauende Parkplatz den Charakter des Platzes an sich nicht verändern. Jetzt will die Brüsseler Stadtverordnete für öffentliche Arbeiten Els Ampe (Open VLD) einen privaten Betreiber für den Bau und den Betrieb dieses Parkplatzes finden, der das Projekt unter Berücksichtigung des historischen Kontextes der Umgebung anlegen will. Der Brüsseler Mobilitätsplan mit insgesamt vier zentrumsnahen Parkplätzen oder -häusern soll aber bestehen bleiben.