Debatte: Sollen die Läden bis 22 Uhr geöffnet sein?

Die flämischen Liberalen Open VLD sind der Ansicht, dass die Ladenöffnungszeiten in Belgien zu kurz sind. Derzeit dürfen normale Geschäfte nur bis 20 Uhr am Abend offen sein. Die Opel VLD fordert jetzt Öffnungszeigen bis 22 Uhr, stößt damit aber auf Widerstand bei den Geschäftsleuten selbst.

Vincent Van Quickenborne (kl. Foto), sitzt für die Open VLD in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlament und ist Bürgermeister der westflämischen Zentrumsstadt Kortrijk. Er und einige seiner Parteifreunde wollen dem zuständigen Parlamentsausschuss in dieser Sache einen Gesetzesvorschlag unterbreiten, der möglich machen soll, die Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr am Abend zu verlängern.

Vor allem die kleinen Lebensmittelgeschäfte, die guten alten „Tante Emma-Läden“ sollten länger offenbleiben, wie Van Quickenborne am Montag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion anregte: „In Ortschaften, in denen viele Familien mit zwei Arbeitnehmern wohnen, könnte es praktisch sein, wenn das Lebensmittelgeschäft um die Ecke länger auf hat, als nur bis 20 Uhr. Dann können diese Leute auch später noch gemütlich einkaufen gehen. Die Nightshops in unserem Land bestehen doch nur, weil die Öffnungszeigen hier so streng gehandhabt werden.“

Doch der Vorstoß der flämischen Liberalen stößt nicht gerade auf Zustimmung aller Betroffenen. Die Neutrale Selbständigen-Gewerkschaft NSZ, die vor allem unter den Einzelhändlern viele Mitglieder hat, gibt dazu an, dass rund drei Viertel von ihnen gegen diese Idee ist. Laut NSZ würden längere Öffnungszeiten bis 22 Uhr nicht für mehr Umsatz sorgen, sondern lediglich für mehr Unkosten.