SwissLeaks: 3002 Belgier mit Geheimkonten

Unter den rund 100.000 Personen, die in der Schweiz geheime Konten unterhalten, sind auch 3002 Belgier. Sie haben auf diesen Konten einen Gesamtbetrag von rund 6 Mia. Dollar am belgischen Fiskus vorbei gehortet. Damit gehört Belgien zur Top 10 der Länder, deren Bürger hier erwischt wurden. Auch mehrere belgische Medien hatten an der Analyse der SwissLeaks-Konten mitgearbeitet.
AP2013

Das flämische Wirtschaftsblatt De Tijd, die frankophone Brüsseler Tageszeitung Le Soir und das in beiden Sprachräumen erscheinende Nachrichtenmagazin Mo* hatten an der Enthüllung der geheimen Konten in der Schweiz mitgearbeitet. Insgesamt arbeiteten 140 Journalisten aus 45 Ländern an den Recherchen mit. Schon im Vorfeld dieser Recherchen war bekannt geworden, dass viele Belgier geheime Konten bei der Schweizer HSBC-Bank unterhalten würden, um ihr Geld vor dem Fiskus in der Heimat „zu schützen“.

Doch jetzt wurden die SwissLeaks von mehreren internationalen Medien gründlich analysiert. Auch belgische Journalisten halfen dabei, die Liste der Konteninhaber zu verfeinern. Dabei kam z.B. heraus, dass 106.458 Personen im Jahr 2007 knapp 102 Mia. Dollar auf HSBE-Konten geparkt hatten. Darunter waren 3002 Belgier, die rund 6 Mia. Dollar auf diese „hohe Kante“ gelegt hatten. Unsere Landsleute sollen insgesamt 4.612 verschiedene Konten bei der HSBC angelegt haben.

Die französische Tageszeitung Le Monde hatten die Liste der Konteninhaber zugespielt bekommen. Doch nicht alles, was jetzt enthüllt wurde, muss wirklich auch spektakulär sein. Das flämische Wirtschaftsblatt De Tijd schreibt zu diesem Sachverhalt, dass nicht alle der Betroffenen tatsächlich auch illegale Handlungen vorgenommen hätten. Einige Namen, so De Tijd, seien ohnehin nur indirekt von diesen umstrittenen Konten betroffen.

Inzwischen hat die belgische Steuerfahndung rund 500 Ermittlungsdossiers nach den SwissLeaks eröffnet. Der belgische Fiskus hat die die Belgier betreffenden Daten schon länger in Händen. Dies hat auch mit Ermittlungen gegen Antwerpener Diamantenhändler zu tun, die - wie schon länger bekannt - Geheimkonten bei der HSBC in der Schweiz unterhalten.