Belgien braucht bald neue Erdgaslieferanten

In den kommenden Jahren drehen die Niederländer nach und nach ihren Gashahn dicht. Die Gasförderung in der niederländischen Provinz Groningen (Foto) ist zwar ein einträgliches Geschäft, doch sie ist auch mit Nachteilen und Risiken verbunden. Sie verursacht z.B. kleine Erdbeben. Nicht zuletzt sind die Erdgasfelder in der Provinz Groningen bald erschöpft. Gaskunden, wie auch Belgien, müssen sich langsam nach anderen Quellen umschauen.
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Gut ein Viertel des Erdgases in Belgien wird aus den Niederlanden bezogen. Teile der Provinzen Antwerpen, Limburg, Flämisch- und Wallonisch-Brabant beziehen ihr Erdgas von dort, doch ab Juli dieses Jahres wird die Förderung dort gedrosselt. 2024 läuft die Lieferung von Erdgas aus der Provinz Groningen an Belgien ganz aus. Dies muss aufgefangen werden und die Erdgaslieferanten in Belgien bzw. deren Netzwerkbetreiber müssen sich nach anderen Quellen umsehen. Doch Erdgas aus Norwegen oder aus Russland ist weniger Reich an Energie und werden deshalb in gesonderten Leitungen in unser Land gebracht.

Das hat auch für die Verbraucher praktische Folgen. In den kommenden Jahren werden Kontrolleure der hiesigen Gaswerke bei rund anderthalb Millionen Haushalten vorstellig, um deren Heizungen oder Gasherde zu überprüfen. Wenn die Erdgaslieferungen aus den Niederlanden sukzessive durch andere Quellen mit anderer Konsistenz ersetzt werden, müssen alle daran angeschlossenen Geräte entsprechend ausgerüstet sein. Doch viele Heizungen und Gasherde sind nicht für die Verwendung von verschiedenen Gasarten ausgelegt und müssen entsprechend und nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen angepasst werden.