Bewährungs- und Geldstrafe für Wim Delvoye

Ein Richter in Gent hat den international bekannten Künstler Will Delvoye (50 - Foto) zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung und zur Zahlung eines Bußgeldes von 2.750 € verurteilt. Delvoye hatte 2011 eine Polizistin und zwei Inspektoren der flämischen Landschaftsbehörde beleidig und Gegenstände von den Betroffenen entwendet und beschädigt.

Wim Delvoye besitzt in Melle in der Provinz Ostflandern ein denkmalgeschütztes Schloss mit dazugehörendem Park. Dort wollte er einen Skulpturenpark einrichten, doch dazu wurde ihm die Baugenehmigung verwehrt. Daran hielt sich der Künstler nicht auf und begann mit dem Bau der Anlage. Als im September 2011 zwei Inspektoren der flämischen Landschaftsschutzbehörde in Begleitung einer Polizistin bei Delvoye vorstellig wurden und ihn bei der Arbeit an dem Skulpturenpark erwischten, verlor dieser die Kontrolle über sich selbst.

Er beleidigte die Polizistin und die beiden Inspektoren und deren Familien mit Verweisen auf die Judenverfolgung durch die Nazis, nahm ihnen einen Fotoapparat und Dienstausweise ab und warf diese in den Wassergraben des Schlossparks. Damit nicht genug. Delvoye rief den Betroffenen noch zu, er wolle dafür sorgen, dass ihre Häuser in Brand gesteckt würden.

Das alles kommt ihm jetzt teuer zu stehen. Mit sechs Monaten Haft auf Bewährung und einem Bußgeld über 2.750 € liegt das Strafmaß allerdings unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten 10 Monaten effektive Gefängnisstrafe für den Beschuldigten. Wim Delvoye hatte die Fakten gestanden und seine Worte bereits im Dezember entschuldigend zurückgenommen. Doch der Nazivergleich gegenüber der Polizistin stieß dem Gericht in Gent weiter übel auf. Deshalb kam es auch nicht zu einem Vergleich oder zur Zahlung eines symbolischen Euro oder zu Ähnlichem.