Fußballverband: CEO Steven Martens tritt zurück

Steven Martens (Foto), der Vorstandsvorsitzende des Königlichen Belgischen Fußballverbandes KBVB, ist am Montagabend zurückgetreten. In den vergangenen Wochen und Monaten war Martens u.a. wegen Problemen im Finanzmanagement des Verbandes heftig kritisiert worden. Martens kam mit seinem Rücktritt seiner offenbar bevorstehenden Entlassung zuvor.

Kritik gegen Steven Martens, der aus dem belgischen Tennis zum Fußballbund kam, wurde zum Beispiel wegen eines nicht stornierten Hotels für die Spielerfrauen der belgischen Nationalmannschaft letztes Jahr bei der WM in Brasilien laut, was dem KBVB damals einiges an Geld gekostet hatte, angegriffen. Zudem fuhr der Verband im vergangenen Jahr trotz der erfolgreichen WM Verluste ein.

Martens stand nicht erst seit dem die Haushaltszahlen mit einem Verlust von 200.000 € bekannt wurden, stark unter Beschuss - auch in den Medien. Die schärfste Kritik gegen den Sportfunktionär aus Lier in der Provinz Antwerpen kam von Seiten der ProLeague, dem Verband der professionellen belgischen Fußballclubs. Vor zwei Wochen hatte Martens zu der Kritik an ihm noch erklärt, das Ganze sei eine politische Abrechnung mit ihm. Doch jetzt zog er unter dem Druck doch die Konsequenz und reichte nach vier Jahren Tätigkeit beim KBVB seinen Rücktritt ein.

Dazu riet ihm der Präsident des Fußballverbandes, François De Keersmaecker (kl. Foto), im einem Gespräch unter vier Augen am Sonntag. Nach diesem Gespräch war klar, dass Martens als CEO des KBVB nicht mehr länger zu halten war. Steven Martens, der nach dem Gespräch mit Präsident De Keersmaecker die Angelegenheit noch mit seiner Familie überdachte, geht mit einem „Goldenen Händedruck“.

Ihm wird noch eine Prämie entsprechend eines Jahresgehalts in Höhe von rund 336.000 € zugestanden. Das wiederum wird am Dienstag De Keersmaecker krumm genommen, denn diese Abmachung zwischen ihm und Martens war mit dem Ausführenden Komitee des KBVB nicht abgesprochen…

Verdienste aber finanzielle Misswirtschaft

Mit seinem Rückzug kam KBVB-CEO Steven Martens wohl seinem Rauswurf zuvor. In der vergangenen Woche hatte der Königliche Belgische Fußballverband noch beschlossen, eine Vertrauensabstimmung zum Amt ihres Managers durchführen zu wollen.

Joseph Allijns (kl. Foto), der Vorsitzende des belgischen Erstligavereins KV Kortrijk, ist Mitglied in KBVB-Vorstand. Er wies darauf hin, dass sich Steven Martens auf sportlicher Ebene verdienstlich gemacht habe, doch gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte er, dass finanziell nicht alles in Ordnung gewesen sei:

„Klar ist, dass sich Dank Steven Martens einiges geändert hat. Doch wenn man den Umsatz des Fußballbundes im Laufe eines Jahres um 50 % auf 60 Mio. € steigern lassen kann, um letztendlich doch einen Verlust von 200.000 € zu verbuchen, dann wird deutlich, dass grundsätzlich einiges verkehrt gelaufen ist.“