2,5 Mio. € Schadensersatz für entlassenen Chirurgen

Das Sint-Trudo-Krankenhaus in Tongeren in der Provinz Limburg muss einem entlassenen Chirurgen ein einen Schadensersatz von 2,5 Mio. € zahlen. Das ist die höchste Summe dieser Art, die einem Arzt jemals von juristischer Seite her zugesprochen wurde, wie die flämische Regionalzeitung Het Belang Van Limburg dazu meldet.

Das Sint-Trudo-Krankenhaus hatte den Gefäßchirurgen entlassen, weil dieser während eines nächtlichen Bereitschaftsdienstes im Mai 2008 mehrere Male dringende Notrufe aus der Notaufnahme der Klinik ignoriert hatte.

Nach Ansicht des Krankenhauses handelte es sich bei dem Vorgang um einen Notfall einer Frau, die lebensbedrohliche Blutungen erlitten hatte. Der Chirurg hingegen zweifelte dies an und wurde zwei Wochen nach dem Vorfall von dem Krankenhaus fristlos entlassen.

Der Arzt ging gegen die Entlassung auf juristischem Wege vor und bekam Recht. Danach ging die Klinik in Berufung, doch auch in zweiter Instanz wurde dem entlassenen Chirurgen Recht gegeben. Jetzt urteilte das Kassationsgericht in dritter Instanz ebenfalls zu Gunsten des Arztes und sprach diesem einen Schadensersatz in Höhe von 2,5 Mio. € zu.

Das Sint-Trudo-Krankenhaus in Tongeren geht trotzdem bis heute davon aus, dass die Entlassung des Gefäßchirurgen auf sehr gründlich argumentierten Gründen beruhte. Der Mediziner selbst gab nach dem Urteil an, dass seine Ehre nach sieben Jahren Gerichtsverfahren endlich wiederhergestellt sei.