83 % fordern minimale Dienstleistung bei Streiks

Jetzt, da die Sozial- und Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierungen in Bund und Ländern in Belgien unter Druck stehen und es zu neuen Streiks kommen kann, steht auch die Frage der Dienstleistung bei Arbeitsniederlegungen wieder auf der Agenda. Die Intiative „WeCitizens“ befragte mehrere Tausend Menschen dazu und stellte fest, dass jeder Achte bei Streiks eine minimale Dienstleistung fordert.

Die Bürgerinitiative „WeCitizens“ befragte 18.630 Menschen zu ihrer Haltung gegenüber Streiks und einem Mindestangebot von Dienstleistung in einem solchen Fall. Dabei wurde deutlich, dass 83 % der Befragten einen minimalen Kundendienst - und dies vor allem im öffentlichen Nahverkehr - ausdrücklich wünschen.

Jean-Paul Pinon, einer der Initiativnehmer bei „WeCitizens“ bedauerte aber gegenüber der Gratiszeitung für die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, Metro, dass die Politik darauf bisher nicht eingehe. Nur die frankophonen Liberalen MR hätten diesbezüglich auf parlamentarischer Ebene eine Initiative eingegeben.

Auf flämischer und auf Brüsseler Regionalebene halte man sich diesbezüglich zurück und in Wallonien und auf Bundesebene würde lediglich mit Sanktionen bei Streiks gedroht, doch dies, so Pinon gegenüber Metro, bleibe ohne Folgen. „WeCitizens“ will vermeiden, dass die Streikenden die Gesellschaft in Geiselhaft nehmen, doch hier seien die Waffen ungerecht verteilt. Dies könnte eine verpflichtete minimale Dienstleistung etwas abfedern, so Jean-Paul Pinon.