Anti-Defour-Banner: Standard droht Geisterspiel

Der belgische Erstligaverein Standard Lüttich ist nach dem Skandal-Banner gegen Nationalspieler Steven Defour im Spiel gegen Rekordmeister RSC Anderlecht vor zwei Wochen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Benehmen sich die Standard-Fans erneut schlecht bei einem spiel, droht ihrem Verein eine Begegnung ohne Publikum.

Trotzdem muss Standard Lüttich dem belgischen Fußballverband KBVB ein Bußgeld in Höhe von 5.000 € zahlen. Und die Bewährung hat eine lange Laufzeit, denn sie endet erst in knapp einem Jahr, nämlich am 6. Februar 2016!

Beim so genannten belgischen „Clasico“ zwischen Standard Lüttich und dem RSC Anderlecht am 25. Januar hatten die Lütticher Hooligans auf der „Hell Side“ ein riesiges Transparent ausgerollt, dass den abgeschlagenen Kopf von Nationalspieler Steven Defour in der Hand eines mit einem Schwert bewaffneten Henker zeigt. Daneben der Spruch „Red or Dead“.

Die Lütticher Fans haben ihrem ehemaligen Meisterschafts-Kapitän niemals vergeben, dass dieser nach seiner Zeit beim FC Porto ausgerechnet zum Erzfeind nach Anderlecht gegangen war. Das Problem bei diesem Skandal-Banner war nur, dass dieses an die aktuellen Enthauptungen der islamistischen Terrorgruppe IS erinnerte, die gerade erst eine japanische Geisel geköpft hatte.

Der Vorgang ging seinerzeit durch die Wertpresse und es war nur eine Frage der Zeit, wann und wie der Fußballverband darauf reagieren würde. Die Strafe fiel allerdings recht milde aus, doch weitere kapitalen Schnitzer dürfen sich die Lüttich-Hools nicht mehr leisten, sonst sind die Konsequenzen wohl ungleich schärfer.