Belgien: Die Kilometermaut für Lastwagen kommt

Die Landes- und Regionalregierungen Belgiens planen eine kilometerabhängige Steuer für Lastwagen. Entsprechende Gesetzesvorschläge durchlaufen in Brüssel und Wallonien bereits die parlamentarischen Instanzen. Flandern wird ebenfalls abstimmen. Die Transportverbände allerdings wehren sich mit Händen und Füßen gegen diese Maut.

Die Brüsseler Regionalregierung plant diese kilometerabhängige Steuer für alle straßengebundenen Verkehrswege, d.h. für Autobahnen, Land- und Stadtstraßen. Der belgische Transportverband Febetra protestiert vehement gegen diese Maut und führt an, dass es damit zwei- bis dreimal teurer wird als bisher, um die belgische Hauptstadt mit dem Lastwagen anzufahren. Das würde auch der Wirtschaft in Brüssel Mehrkosten aufbürden.

Auch das belgische Bundesland Wallonien führt eine LKM-Kilometersteuer ein, die allerdings nur auf Autobahnen gilt. Im Prinzip wird Flandern darüber an diesem Freitag entschieden. Die Kilometersteuer für Lastwagen soll in allen belgischen Ländern und Regionen ab dem 1. Januar 2016 gelten.

Der Transportverband Febetra ist prinzipiell gegen diese Maut und kritisiert, dass diese nur für Lastwagen gelten soll. Zudem fordern die hiesigen Transportunternehmen, dass das aus dieser Steuer eingenommene Geld ausschließlich in den Unterhalt des belgischen Straßenverkehrsnetzes investiert werden soll.

Auch der Einzelhandelsverband Comeos protestiert gegen diese Abgabe, denn diese würde für den Einzelhandel in Brüssel ein Verfünffachen der entsprechenden Unkosten nach sich ziehen. Der Lebensmittelhandel in Belgien, so ein Comeos-Sprecher, würde jährliche Mehrkosten von bis zu 18 Mio. €  verkraften müssen: "Dies ist eine ganz einfache Steuererhöhung!"