Hat der Atommeiler Doel 1 noch eine Zukunft?

Am kommenden Sonntag wird der Atommeiler Doel 1 des gleichnamigen Kernkraftwerks Doel bei Antwerpen (Foto) bis auf weiteres stillgelegt. Kraftwerksbetreiber Electrabel kann den Meiler ohne entsprechendes Ankommen mit der belgischen Bundesregierung nicht weiter betreiben. Zudem sind die Brennstoffreserven für Doel 1 aufgebraucht.

Die belgische Mitte-Rechts-Regierung will die Atommeiler Doel 1 und Doel 2 zehn Jahre länger als geplant am Netz lassen, weil sonst durch einen Mangel an Alternativen vor allem in der Winterzeit Stromengpässe drohen.

Doch solange, wie sich Kraftwerksbetreiber Electrabel nicht mit der Regierung auf ein Abkommen einigen kann und so lange, wie dieses Abkommen nicht in entsprechendes geltendes Gesetz eingeflossen ist, muss sich dieser an das Gesetz zum Atomausstieg aus dem Jahr 2003 halten.

Und dieses bestimmt, woran die flämische Tageszeitung De Morgen diese Woche erinnerte, dass die bestehenden Meiler, wenn sie 40 Jahre alt sind, vom Netz müssen. Und das ist für Doel 1 der Stichtag 15. Februar.

Gespräche mit Belgiens Energieministerin Marie-Christine Marghem (MR) laufen nach Angaben von Electrabel seit etwa einem Monat. Doch der Kraftwerksbetreiber, eine Tochter des französischen Misch- und Industriekonzerns GDF Suez, fordert einen deutlichen politischen und juristischen Rahmen.

Laut De Morgen bedeutet das, dass Electrabel verlangt, dass die Laufzeitverlängerung von Doel 1 und Doel 2, wenn sie denn kommt, gesetzlich fest verankert wird. Im Klartext soll dies wohl bedeuten, dass die derzeitige und auch folgende Regierungen daran nicht mehr rütteln dürfen sollen…

Um Doel 1 länger am Netz lassen zu können, bedarf es einiger Anpassungen bzw. Modernisierungen. Um diese bewerkstelligen zu können, fordert Electrabel von der Bundesregierung einen Zuschuss, denn die entsprechenden Investitionen sollen sich auf rund 600 Mio. € belaufen. Doch zum Weiterbetrieb von Doel 1 braucht es auch eine Lösung eines anderen Problems. Die Brennstoffreserven sind aufgebraucht.

Electrabel hat aufgrund der undeutlichen politischen Lage bisher darauf verzichtet, neue Uranstäbe liefern zu lassen. Es liegt zwar eine Option auf eine Bestellung vor, doch eine entsprechende Lieferung wird ebenfalls einige Monate lang dauern. Läuft alles glatt, also kommt es zu einer Einigung mit der Regierung, könnte Doel 1 ab Dezember wieder hochgefahren werden.

Vorläufig ist Doel 1 das einzige Problem dieser Art, doch auch Doel 2 wird bald 40 Jahre alt sein, nämlich diesen Herbst. Und im Sommer will Electrabel diesen Meiler eine Zeit lang stilllegen, damit ausreichend Brennstoffelemente für den Winter 2015-2016 vorliegen können.