Uplace: Flämische Regierung gibt grünes Licht

Seit Jahren wird kontrovers über das geplante Megashopping-Zentrum Uplace diskutiert, das in der Nähe der Überführung der Brüsseler Rindgautobahn in Vilvoorde gebaut werden soll. Das Gebäude soll Büros, ein Hotel, ein Kino und einen Veranstaltungssaal enthalten und daneben zahlreiche Geschäfte, Supermärkte und gastronomische Einrichtungen. Am späten Freitagabend einigte sich die flämische Regierung auf den hierzu notwendigen Raumordnungsplan.

Der Einzelhandel der benachbarten Städte Vilvoorde, Mechelen und Leuven ist gegen das Mega-Projekt: Er bangt vor allem um seine Kunden. Erwartet wird, das Uplace täglich bis zu 30.000 Besucher anziehen wird. Außerdem stellte sich sowieso von Anfang an die Frage, ob das Verkehrsnetz um das geplante Shoppingcenter mit dem zusätzlichen Verkehr nicht vollkommen überfordert sei.

Die flämische Regierung machte ihre Entscheidung von mehreren Auflagen abhängig. Das Projekt selbst darf in seiner ursprünglich geplanten Form gebaut werden. In der Nachbarschaft werden aber ein Drittel weniger Läden als ursprünglich geplant zugelassen. Der Bauherr muss sich auch an den Mehrkosten für die notwendige Verkehrsinfrastruktur zur Erschließung des bisher noch brach liegenden Geländes beteiligen. So soll die Mobilitätsproblematik aus der Welt geschafft werden.

Während der kommenden sechs Monate können Beschwerden gegen den verabschiedeten Raumordnungsplan eingereicht werden. Danach landet das Projekt wieder auf dem Tisch der flämischen Regierung und dann muss sich auch noch der Staatsrat, das höchste belgische Verwaltungsgericht, hierüber aussprechen.

Kritiker bleiben dabei, dass Uplace die Umwelt zu sehr belaste, die Verkehrsinfrastruktur im Großraum Brüssel überfordere und eine zu große Bedrohung für den Einzelhandel in den benachbarten Städten darstelle.