Juan Carlos kämpft gegen Vaterschaftsklage

Spaniens früherer König Juan Carlos wehrt sich gegen eine Vaterschaftsklage. Die Anwälte des 77-Jährigen legten gegen die Zulassung eines von der belgischen Hausfrau Ingrid Jeanne Sartiau gestellten Klageantrags Einspruch ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur efe und andere spanische Medien am Samstag unter Berufung auf Justizkreise in Madrid berichtete.

Die 48-Jährige behauptet, ihre Mutter habe 1965 in Marbella eine Romanze mit dem damaligen spanischen Prinzen gehabt. 2012 war die Belgierin mit einer ähnlichen Anfrage zu einer Vaterschaftsklage noch gescheitert, weil der Monarch seinerzeit noch als spanisches Staatsoberhaupt juristische Immunität genoss. Doch seit seiner Abdankung fällt dieser Sonderstatus weg und die Möglichkeit besteht, den Ex-König gerichtlich zu belangen.

Der Antrag von Ingrid Jeanne Sartiau (Foto, links) wurde vor einem Monat vom Obersten Gerichtshof Spaniens zugelassen. Die Staatsanwaltschaft hatte damals die Zurückweisung der Klage wegen nicht ausreichender Beweise beantragt.

Im Einspruchsantrag hätten die Anwälte jetzt die "Seriosität und Kohärenz" der von der Belgierin gemachten Angaben in Zweifel gezogen, so efe. Das Königshaus wollte den Einspruchsantrag nicht kommentieren. Es handele sich um "eine private Angelegenheit" von Juan Carlos, hieß es auf Anfrage.

Kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist habe am Samstag auch die Klagestellerin den Beschluss des Obersten Gerichts angefochten, berichtete der Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Justizkreise in Madrid. Die Belgierin habe in ihrem Einspruch bemängelt, dass Juan Carlos nicht zur Abgabe einer DNA-Probe aufgefordert worden sei, hieß es. Eine Entscheidung über beide Einspruchsanträge wird nach Medienberichten nicht vor Mitte März erwartet.

Klage läuft seit Jahren

Die Frau hatte ihre Klage schon vor Jahren eingereicht. Nach der Abdankung von Juan Carlos im Juni 2014 wurde in der Verfassung festgeschriebene Immunität des Ex-Königs eingeschränkt. Seither kann der Vater von König Felipe VI. nur vom Obersten Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Mutter der Belgierin soll bei ihrer angeblichen Romanze 1965 an der Costa del Sol in Südspanien nach Medienberichten gar nicht gewusst haben, wer ihr junger spanischer Verehrer war. Der damalige Kronprinz Juan Carlos war zu dieser Zeit seit drei Jahren mit der späteren Königin Sofía verheiratet. Als die Mutter mehrere Jahre später daheim in Belgien Juan Carlos im Fernsehen sah, habe sie ihrer Tochter anvertraut, dass dies ihr Vater sei.

Die Frau nahm die Erzählung ihrer Mutter ernst und ging der Sache nach. Sie kontaktierte unter anderem weitere Personen, die angeblich uneheliche Kinder des damaligen spanischen Königs waren. Dabei fand sie über einen DNA-Test heraus, dass ihre Gene zu 91 % mit denen von Alberto Sola Jimenez übereinstimmen.

Dieser 58-jährigen Katalane behauptet, dass Juan Carlos sein Vater sei. Er will wissen, dass Juan Carlos und seine Mutter zwischen 1954 und 1956 eine geheime Beziehung unterhielten. Auch seine Vaterschaftsklage gegen Juan Carlos hatte der Oberste Gerichtshof ebenfalls vor einem Monat zurückgewiesen.

Die Mutter von Ingrid Jeanne Sartiau soll Juan Carlos in den 50er und 60er Jahren in Frankreich getroffen haben, wo diese damals als Gouvernante tätig war. Das Spaniens Ex-König ein notorischer Frauenheld gewesen sein soll und dutzende Affären gehabt haben soll, ist ein offenes Geheimnis. So offen, wie die Tatsache, dass er und seine Gemahlin, Ex-Königin Sofia, derzeit nicht mehr zusammenleben.