Belgien: Energie günstiger als bei den Nachbarn

Im vergangenen Jahr waren Strom und Gas in Belgien billiger als in den Nachbarländern, wie aus dem Jahresbericht der Nationalbank (BNB) ersichtlich ist. Der dabei zum Vorschein gekommene Preisunterschied ist besonders auffallend, denn bisher galt Energie hierzulande als teurer, als bei unseren Nachbarn.

2014 lag der Preis für Gas bei den Endverbrauchern 14 % unter dem unserer Nachbarländer. Strom war im vergangenen Jahr sogar durchschnittlich 25 % billiger, als bei unseren Nachbarn. Dieser Preisunterschied ist in erster Linie eine Folge der Mehrwertsteuer-Senkung auf Elektrizität zurückzuführen - eine Maßnahme noch aus Zeiten der Regierung Di Rupo.

Für die Privathaushalte sank die MWS auf Elektrizität von 21 % auf 6 %. Ohne diese MWS-Senkung wäre der durchschnittliche Preis für Energie (Gas und Strom) letztes Jahr nur um 1,5 % gesunken, so die Nationalbank dazu. Mit dieser MWS-Senkung rutschten diese Preise im durchschnittlich 9,6 % nach unten.

In unseren direkten Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Niederlande stiegen die Unkosten für Energie im vergangenen Jahr um rund 3 %. In Deutschland wird Energie seit einiger Zeit höher belastet, wodurch dieser Kostenfaktor für die Privathaushalte dort gestiegen ist. Dies hat zur Folge, dass die Preiskluft zu Belgien größer geworden ist.

Die Preise für Gas sind im Endverbrauch letztes Jahr gegenüber 2013 in Belgien um 5,6 % gesunken, während sie in unseren Nachbarländern nur um rund 0,4 % gesunken sind. Dies ist hierzulande eine Folge der Tarifanpassungen bei den Anbietern. Derzeit werden die Gaspreise in Belgien nicht mehr an die Ölpreise am Weltmarkt gekoppelt, sondern direkt über die Großhandelspreise angepasst.