Doel 1 ging nach 40 Jahren Betrieb vom Netz

Der Kernreaktor Doel 1 ist, wie geplant, am Sonntagabend vom Netz genommen worden. Damit entspricht Kraftwerksbetreiber Electrabel dem Gesetz, denn dieses schreibt vor, Atommeiler, die 40 Jahre alt sind, herunterzufahren. Der Reaktor Doel 2 im gleichnamigen Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen wird im Dezember abgeschaltet.

„Doel ist um 22:42 Uhr sicher vom Netz gegangen“, teilte Electrabel-Mitarbeiterin Geetha Keyaert am Sonntagabend gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion mit. Die Frage lautet jetzt, ob dies ein zeitlich begrenzter oder ein definitiver Schritt ist. Electrabel sieht in den Planungen beide Szenarien vor, hofft jedoch, einen Weg zu finden, eine Laufzeitverlängerung für Doel 1 erreichen zu können.

Damit stößt der Energie-Multi, der zum französischen Misch- und Industriekonzern GDF Suez gehört, bei der aktuellen Mitte-Rechts-Regierung in Belgien auf offene Ohren. Doch dazu bedarf es der Zustimmung der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC und millionenschweren Investitionen.

Eine Laufzeitverlängerung für Doel 1 und Doel 2 würde zwischen 600 und 700 Mio. € veranschlagen. Und, Electrabel will natürlich weiter Geld damit verdienen. Also steht derzeit auch die so genannte „Atomsteuer“ in der Diskussion. Electrabel muss dem Staat hohe Abgaben auf die durch die längst abgeschriebenen Kernreaktoren erzielten Gewinne abführen.