Vilvoordes Bürgermeister bei US-Sicherheitsgipfel

Hans Bonte (Foto) von den flämischen Sozialisten SP.A ist Bürgermeister der Stadt Vilvoorde in der Provinz Flämisch-Brabant. Aus seiner Stadt sind auffallend viele moslemische Jugendliche dem Ruf islamistischer Rattenfänger gefolgt und in den Krieg nach Syrien oder anderswo gezogen. Jetzt wollen US-Sicherheitsexperten wissen, wie die belgische Stadt mit dem Problem umgeht.

Dazu wurde Bürgermeister Hans Bonte in die USA eingeladen, wo ab Dienstag in Washington der „Global Security Summit“ stattfindet. Diese Sicherheitskonferenz dauert eine Woche lang. Bonte nimmt am Dienstag an einer Debatte mehrerer US-Großstädte teil, wo man von ihm erwartet, die Erfahrungen seiner Stadt zum Thema Radikalisierung und De-Radikalisierung von islamistischen Jugendlichen weiterzugeben.

Am Mittwoch stellt Vilvoordes Bürgermeister das Problem und die Herangehensweise seiner Stadt daran im Rahmen eines internationalen Forums vor, um später dann noch einmal an einer entsprechenden Debatte teilzunehmen. „Die USA sind vor allem an unseren sozialen Netzwerken interessiert“, so Bonte vor seiner Abreise dorthin gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion.

Die Stadt Vilvoorde am Nordrand von Brüssel hat seit etwa einen halben Jahr Kontakte zu den USA bezüglich der Problematik mit radikalisierten Jugendlichen, die sich Terrorgruppen, wie dem IS anschließen, um in Syrien, im Irak oder anderswo in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen. So besuchte vor einigen Monaten eine amerikanische Delegation aus Wissenschaftlern, Analysten und Polizisten Vilvoorde, um sich vor Ort ein Bild der Arbeit dort zu machen.

Vilvoorde beobachtet und begleitet Jugendliche, die in die Fänge von Islamisten zu geraten drohen, arbeitet eng mit moslemischen Eltern gefährdeter Jugendlicher zusammen und folgt jungen Leuten bei ihrem Weg im Ausland oder nach ihrer eventuellen Rückkehr nach Belgien. Unlängst noch forderte Bürgermeister Bonte gegenüber dem belgischen Staat Zuschüsse in Höhe von mehr als 2 Mio. €, um weiter langfristig konstruktiv in dieser Richtung weiterarbeiten zu können.

Bonte besuchte in der jüngeren Vergangenheit bereits das Weiße Haus in Washington, um seine Erfahrungen weiterzugeben und er tat dies auch bei einem Besuch in Columbus/Ohio, von wo aus sich ebenfalls viele moslemische Jugendliche islamistischen Gruppierungen angeschlossen haben.