"Schweinerei": Wim Delvoye in Hamburg

Ein Kunstwerk des provokativen flämischen Künstlers Wim Delvoye (Foto) sorgt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe für Unmut. Im Rahmen der dortigen Ausstellung „Tattoo“ wird ein ausgestopftes Schwein gezeigt, das Delvoye vor 11 Jahren lebend tätowieren ließ. Tierschützer laufen Sturm und das Museum jubelt, denn die Ausstellungsmacher wollten mit Schwein „Donata“ provozieren…

Vor 11 Jahren ließ der flämische Konzept- und Skandalkünstler Wim Delvoye ein Schwein bei lebendigem Leib tätowieren und nach dem Ableben des Borstenviehs wurde es ausgestopft und erst recht zu einem Kunstwerk. Kurz danach tätowierte der gerne provozierende Flame auch einen Menschen und verkaufte dieses Werk sogar an einen Sammler.

Berühmt-berüchtigt wurde Delvoye aber mit dem Werk „Cloaca“, in dem er die menschlichen Verdauungsorgane funktionsfähig nachbaute. Immer wieder provoziert Wim Delvoye und jetzt wurde er in seiner flämischen von der Justiz verurteilt, weil er Bauvorschriften und entsprechend geltende Gesetze übertrat. Ein Kontrolleur der Baubehörde und eine diesen begleitende Polizistin wurden von ihm als Nazis beschimpft und tätlich angegriffen…

Jetzt sorgt das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe mit seiner Hilfe für Aufsehen und stellte im Rahmen der Ausstellung „Tattoo“ das Schwein „Donata“ aus. Dieses 11 Jahre alte Kunstwerk interessiert eigentlich keinen mehr wirklich. Doch Tierschützer in Hamburg fühlen sich angegriffen und sorgen in den gängigen sozialen Netzwerken für einen „Shitstorm“ größeren Ausmaßes.

Hier würden Tiere für die Kunst missbraucht, heißt es da unter anderem. Alleine in den Foren des Museums meldeten sich hunderte Empörte aber auch solche, die diese Empörung kritisieren. Dem Museum kann’s egal sein. Diese Art der Publicity kostet nichts und ist ein idealer Marketingtrick. Und für so etwas ist ein auch noch so altes und abgeschmacktes Kunstwerk eines Skandalkünstlers, wie Wim Delvoye, immer gut.