Ex-Radweltmeister Claude Criquielion (58) ist tot

Am Mittwochmorgen ist die belgische Radsportlegende Claude Criquielion gestorben. Er erlag den Folgen eines schweren Schlaganfalls im Alter von 58 Jahren in einem Krankenhaus in aalst (Provinz Ostflandern). Criquielion war am Wochenende in seinem Haus in Deux Acren (Hennegau) zusammengebrochen und nach Alst in eine Klinik gebracht worden. Criquielion war zwischen 1979 und 1991 Profiradsportler und erzielte in diesem Zeitraum fast 60 Siege.

Claude Criquielion fuhr zwischen 1979 und 1991 Profirennen. Sein wohl größter Erfolg war wohl die Weltmeisterschaft 1984 in Barcelona. Vier Jahre später scheiterte er bei einem erneuten Versuch, das Regenbogentrikot gewinnen zu können und zwar vor eigenem Publikum im flämischen Ronse. Bei einem Sprint mit zwei Konkurrenten wurde er kurz vor dem Ziel durch den Kanadier Steve Bauer zu Fall gebracht und der Italiener Maurizio Fondriest bekam so den Titel geschenkt.

Insgesamt erzielte der frankophone Belgier Claude Criquielion im Laufe seiner Profilaufbahn 57 Siege, darunter den Brabanter Pfeil 1982, die Classica San Sebastian 1983, den Wallonischen Pfeil 1985 und 1989 sowie die Flandernrundfahrt 1987. Damit war Criquielion der einzige Wallone, dem jemals ein Sieg in diesem traditionsreichen Radrennen gelungen ist. Sein Lieblingsrennen Lüttich-Bastogne-Lüttich hat er niemals gewinnen können. 1985 und 1991 wurde er jeweils Zweiter und 1987 Dritter, doch für einen Sieg hatte es hier nie gereicht.

Sportlicher Direktor und Politiker

Bei der Tour de France kam er fünfmal in die Top 10. Sein bestes Resultat war hier ein 5. Platz in der Gesamtwertung. 1984 wurde Claude Criquielion Sportler des Jahres in Belgien. Nach dem Ende seiner Laufbahn als Profirenner wurde er sportlicher Direktor bei verschiedenen Teams und zwar bei Lotto (2000 bis 2004) und seit 2005 bei Landbouwkrediet-Colnago. Doch es zog ihn auch in die Lokalpolitik. Bis zuletzt war er für die frankophonen Liberalen MR Stadtverordneter für Sport in seiner Heimatstadt Lesinnes (Hennegau), wo er am 11. Januar 1957 zur Welt gekommen war.