Van Overtveldt: "Kakophonie aus Athen"

Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA - Foto) ist der Ansicht, dass Griechenland nichts anders übrig bleibt, als eine Verlängerung des laufenden Reformprogramms in Angriff zu nehmen. Dies sei sowohl im Interesse der Griechen selber, als auch der gesamten Eurozone. Van Overtveldt ärgert sich übrigens vehement über die Art der Kommunikation der neuen griechischen Regierung.

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis (kl. Foto) gab am Dienstag gegenüber dem deutschen Fernsehen zu verstehen, dass er eine Verlängerung eines Kredits bis Ende August beantragen werde. In dieser Zeit werde seine Regierung an einem stabilen Abkommen arbeiten können.

Eine Verlängerung der Reformprogramme, die Ende Februar - also nächste Woche - auslaufen, strebt Griechenland nicht an, denn daran seien zu viele Bedingungen geknüpft, die der Wirtschaft mehr schaden als nützen würden, so Varoufakis. Doch Details zu den Plänen seiner Regierung selber gab der griechische Finanzminister derweil nicht bekannt.

Das ist einer der Punkte, über die sich Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt enorm aufregt. Es liege eine Realität auf dem Tisch, der sich auch die griechische Regierung stellen müsse: „Es kann nicht sein, dass wir in dieser Phase der Entwicklung der Währungsunion plötzlich alle Spielregeln über Bord werfen. Das wäre schlecht für Griechenland und auch für die Zukunft der Währungsunion.“

Van Overtveldt ärgert sich auch über die Kommunikation von Seiten der griechischen Regierung, wie er am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion zu erkennen gab: „Das ist eine Kakophonie, die man aus Richtung Athen hört. Ich hörte den Premier gestern noch sagen, dass sie ihr Regierungsabkommen unverändert ausführen wollen und dass das, was die Eurozone verlangt, ignoriert wird. Und jetzt legt und Varoufakis einen Vorschlag zur Verlängerung eines Kredits vor.“

Man habe noch eine Woche Zeit zum Verhandeln, so der belgische Finanzminister und jetzt müssten die Griechen gut zuhören, was gemeinsam vereinbart aus dem Rest der Eurozone verlaute: „Wir machen das mit den besten Absichten. Niemand ist darauf aus, Griechenland zu bestrafen.“