Zu schnell fahren und rote Ampeln ignorieren

Bei so genannten „speedcontroles“ auf der Autobahn sind der belgischen Bundespolizei im vergangenen Jahr rund 27.000 Raser ins Netz gegangen. Doch neben der Raserei macht sich hierzulande ein weiteres Verkehrsproblem breit: Das Ignorieren von roten Ampeln an Kreuzungen.

Die „speedcontroles“ der belgischen Bundespolizei werden mit mobilen Kamers vor und hinter feststehenden Tempokameras durchgeführt. Dabei wurden im vergangenen Jahr rund 27.000 Raser erwischt. Nicht wenige von ihnen wurden sogar mehrmals in kürzester Zeit erwischt: Vor, in und hinter dem festinstallierten Starenkasten, wie Peter De Waele von der belgischen Bundespolizei am Donnerstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab:

„Wir haben gemerkt, dass viele Autofahrer nach einer festen Tempokamera wieder Vollgas gaben, weil die wohl dachten, ich bin durch, also kann ich wieder schneller fahren. Darum haben wir hier Kontrollen durchgeführt. Das bedeutet, dass auf einem längeren Autobahnabschnitt über mehrere Kilometer hinweg mehrere mobile und feste Kameras standen.“ Diese Strafverfahren, die danach an die Justiz weitergeleitet werden, werden individuell verschickt. Das heißt, dass ein Autofahrer, der auf einem solchen Trajekt dreimal geblitzt wurde, mit drei Verfahren rechnen muss.

Die belgische Verkehrspolizei stellte in der letzten Zeit auch fest, dass immer mehr Autofahrer rote Ampeln ignorieren. Im vergangenen Jahr sind gut 99.000 Autofahrer beim Überfahren einer roten Ampel erwischt worden. Das sind etwa 10.000 dieser schweren Verkehrsübertretung mehr als 2013. Derzeit nehme der Verkehr zu und die Polizei kontrolliere mehr, so Koen Peters vom Belgischen Institut für Verkehrssicherheit BIVV gegenüber der VRT:

„In der vergangenen Woche wurde in Frankreich eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass wir Spitzenreiter im Verschicken von Emails und SMS-Nachrichten am Steuer sind. Das sorgt für Ablenkung und dann kann es sein, dass eine rote Ampel nicht bemerkt wird. Doch ein anderer Grund ist Verärgerung. Man steht lange im Stau und ist sauer. Das kann in einigen Fällen dazu führen, dass einige Fahrer, wenn sie schlussendlich an der rot werdenden Ampel ankommen, noch schnell aufs Gaspedal treten, um nicht noch länger aufgehalten zu werden.“

Die Statistik der Verkehrsübertretungen macht denn auch deutlich, warum die Polizei in dieser Hinsicht strenger gegen Autofahrer vorgeht, die sich einer solchen schweren Verkehrsübertretung schuldig machen.