Diskriminierung ausländischer Putzfrauen

Zwei Drittel der flämischen anerkannten Dienstleistungsscheck-Unternehmen, die Haushaltshilfen vermitteln, akzeptierten die diskriminierende Bitte von Kunden, "keine ausländische Kraft" in ihren Haushalt zu entsenden. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Forums für Minderheiten.

Die Umfrage wurde anonym bei über 250 Unternehmen, die mit Dienstleistungsschecks arbeiten, durchgeführt. Der anonyme Anfrufer bat ausdrücklich um eine nicht-ausländische Putzhilfe. Nur eines von drei Unternehmen wies die Bitte zurück. Zwei Drittel der Unternehmen machten sich tatsächlich auf die Suche nach einheimischen, also flämischen Putzfrauen. Eine der Konditionen solcher Dienstleistungsscheck-Firmen ist allerdings die Nicht-Diskriminierung.

Die Ergbnisse zeigen auch, dass ein Großteil der Firmen, die sich der Diskriminierung schuldig gemacht haben, an öffentliche Behörden gebunden sind, zum Beispiel Reinigungsdienste von Dépendancen des Sozialamtes oder lokale Arbeitsvermittlungsagenturen.

Auch Reinigungsfirmen des Sozialamtes seien unter denjenigen, die auf die diskriminierende Bitte eingegangen seien, so der Direktor des Minderheitenforums, Wouter Van Bellingen.

Ihm zufolge müsse die Regierung dringend etwas dagegen unternehmen: "Die Regierung muss den Inspektionen mehr Befugnisse erteilen, zum Beispiel müssen anonyme Anrufe bei den Dienstleistungsscheck-Unternehmen möglich sein. Außerdem brauchen wir eine Meldepflicht bei der Inspektion im Falle von diskriminierenden Anfragen. Daneben ist ein Tarifvertrag nötig, so dass die Cowboys aus dem Sektor verschwinden, denn man darf mit den Steuergeldern nicht weiter Diskriminierung finanzieren."