Tariferhöhung der Banken? Vorschlag stößt auf Kritik

Die Belgische Nationalbank (BNB - Foto) hat eine Empfehlung ausgegeben, nach der die Banken ihre Tarife erhöhen sollten. Nach dem Vorschlag der BNB vor einigen Wochen, Wohnkredite im Rahmen von Refinanzierungen teurer zu gestalten, ist dies bereits der zweite Vorschlag, der auf heftige Kritik bei Politikern, Verbraucherschützern und sogar Einzelhändlern stößt.

Nach Ansicht der Nationalbank werfen die Aktivitäten der Banken in Belgien nicht genug Gewinn ab. Deshalb empfahl die BNB vor einigen Wochen, Kredite für Häuser und Wohnungen zu reformieren, sprich höhere Zinsen zu verlangen. Jetzt kommt der Vorschlag, die Banken sollten ihre Tarife erhöhen, z.B. bei Zahlungs- oder Überweisungsvorgängen per Bankkarte. Doch diese Vorschläge stoßen auf heftige Kritik.

Der flämische Landtagsabgeordnete John Crombez (SP.A) und der föderale Kammerabgeordnete Roel Deseyn (CD&V) haben gegen die Vorschläge der Nationalbank schwer ausgeholt. In einer entsprechenden Pressemitteilung heißt es dazu: „Das ist bereits das zweite Plädoyer in kurzer Zeit, dass dem Sektor vorgeschlagen wird, ihre Gewinnspannen zu erhöhen. Sie sollten besser ihre Arbeitsweise in Ordnung bringen, als Familien und Unternehmen ins Visier zu nehmen.“

Jetzt kommt auch Kritik vom Verbraucherschutz-Verband Test-Aankoop/Test Achats, vom Selbständigen-Verband Unizo und vom Einzelhandelsverband Comeos. Hier kritisiert man vor allem den Vorschlag der BNB, die Tarife für elektronische Zahlungsvorgänge zu erhöhen. Dominique Michel, der Dirtektor von Comeos, sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

„Mittlerweile laufen 65 % aller Bezahlungen in den Warenhausketten über elektronische Mittel, was im Einzel- und Kleinhandel viel weniger der Fall ist. Wenn das morgen noch teurer wird, fürchte ich, dass Barzahlungen wieder zunehmen werden und das hat dann wieder negativen Einfluss auf die Sicherheit. Aber Achtung! Das elektronische Bezahlen ist auch ein Mittel gegen Schwarzgeld. Also ist dieser Vorschlag völlig unlogisch.“