Warenhaus-Personal klagt über aggressive Kunden

Das Kassenpersonal von Einkaufszentren oder Großwarenhäusern in Belgien muss sich immer mehr mit aggressiven Kunden auseinandersetzen. Die Gewerkschaften fordern jetzt, dass dieses Problem endlich ernst genommen wird. Aber, das betroffene Personal muss auch lernen, mit solchen Kunden umzugehen.

Die sozialistische Angestelltengewerkschaft BBTK hatte nach einer Umfrage unter 1.000 Beschäftigten in den Bereichen Nahrungsmittel und Mode festgestellt, dass die meisten Arbeitnehmer in Warenhäuser im Laufe ihrer Arbeitszeit Probleme mit aggressiven Kunden hatten. So haben 8 von 10 Mitarbeiter von Geschäften Probleme mit laut werdenden Kunden gehabt. Jeder sechste Betroffene ist bereits ein- oder mehrmals von Kunden zusammengestaucht worden.

Die übergroße Mehrheit der davon Betroffenen sind übrigens Frauen, wie die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad dazu meldet. Die Aggressionen gehen von Bedrohung und Beleidigung über sexuell gefärbte Bemerkungen hin zu körperlicher Gewalt. 10 Prozent der Mitarbeiter von Warenhäusern aller Art wurden schon Mal mehrere Tage aus solchen Gründen krankgeschrieben oder erwägen eine Kündigung oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes.

Jan De Weghe von der sozialistischen Angestelltengewerkschaft BBTK sagte dazu, es sei höchste Zeit, dass die Warenhausketten dieses Problem ernst nehmen. Die Betroffenen müssten aber auch lernen, mit derartigen Situationen umzugehen, gab De Weghe gegenüber der VRT an: „Wir fordern Lehrgänge, um zu lernen, wie man zum Beispiel mit der Konfrontation mit Gewalt umgehen soll. Wir wollen auch Ausbildungen für den Fall, dass Kunden dabei erwischt werden, Waren ohne zu zahlen mitzunehmen.“

AP2012