Bessere Bahnanbindungung an die Niederlande?

Die Provinz Niederländisch-Limburg hat einen Zuschussantrag bei der Europäischen Union eingereicht, um die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen in die Nachbarländer zu optimieren. Darunter fallen auch zwei Bahnlinien zwischen den Niederlanden und Belgien. Die Provinz Flämisch-Limburg ruft Belgiens Verkehrsministerin Galant dazu auf, den Antrag der Niederlande zu unterstützen.

Zwei der grenzüberschreitenden Bahnlinien von und nach den Niederlanden betreffen auch Linien nach Belgien. Das sind die Strecken Maastricht (Niederl. Limburg) – Lüttich (Provinz Lüttich) und Hamont (Fläm. Limburg) – Weert (Niederl. Limburg). Beide Bahnstrecken sind für den Zugverkehr zwischen den Niederlanden bzw. Belgien und Deutschland sehr wichtig.

Die internationalen Bahnverbindungen Brüssel-Löwen-Lüttich-Maastricht und Antwerpen-Hamont-Weert führen in der Verlängerung in Richtung Deutschland (Montzen-Linie nach Aachen-West, Eiserner Rhein in Richtung Ruhrgebiet, Betuwelijn zw. Rotterdam und dem Ruhrgebiet).

Mehrere flämisch-limburgische Christdemokraten der CD&V, darunter der EU-Abgeordnete Ivo Belet (EVP/CD&V - (kl. Foto)), erhoffen sich jetzt, dass Belgiens Verkehrsministerin Jacqueline Galant (MR) den Zuschussantrag der niederländischen Provinz Limburg unterstützt. Sie begaben sich am Montag ins niederländische Weert, um den EU-Antrag ihrer niederländischen Kollegen zu stützen.

Ivo Belet stellt dazu fest, dass diese Bahnlinien gleich drei wichtige Wirtschaftsräume betreffen: Die Randstad (das ist der Großraum Maastricht), die Vlaamse Ruit (der Verband der flämischen (bzw. belgischen) Großstädte Brüssel, Löwen, Antwerpen und Gent und nicht zuletzt das Ruhrgebiet in NRW: „Internationale Verbindungen sind notwendig, um diese Gebiete und Limburg im Besonderen, wirtschaftlich zu stärken.“

Eiserner Rhein?

Großes Interesse an der Bahnverbindung auch für den Personenverkehr zeigen die beiden Provinzen Limburg in Flandern und im Süden der Niederlande. Ein erster Schritt sei mit der Investierung von 119 Mio. € bereits für die Elektrifizierung der Bahnlinie 19 (Herentals-Mol – Neerpelt-Hamont) erfolgt, wie der Bürgermeister von Neerpelt (Fläm. Limburg) andeutete:

„Diese Investition ist nötig, um die internationale Verbindung mit Weert realisieren zu können. Diese Linie hat ein Potential von täglich bis zu 1.200 Fahrgästen. Niederländisch-Limburg hat bereits 16 Mio. € für die Reaktivierung der Stecke reserviert. In Europa kann es anno 2015 nicht sein, dass es noch harte Grenzen gibt. Wir müssen so schnell wie möglich Züge zwischen beiden Ländern fahren lassen.“

Das Teilstück Hamont-Weert ist ein Teil der historischen Bahnverbindung zwischen dem Antwerpener Hafen und dem Ruhrgebiet, auch Eiserner Rhein genannt. Die Reaktivierung dieser seit Jahren stillgelegten Bahnverbindung wird schon lange diskutiert. Mittlerweile werden immer mehr Puzzlestücke dazu mit einander verbunden…