Serge Kubla erhielt jährlich 240.000 € von Duferco

Der unter Korruptionsverdacht stehende frühere wallonische Regionalminister und jüngst zurückgetretene Bürgermeister von Waterloo (Prov. Wallonisch-Brabant), Serge Kubla (MR - Foto) hat über eine auf Malta gemeldete Gesellschaft jährlich 240.000 € von der Industriegruppe Duferco überwiesen bekommen. Die Zahlungen erfolgten nach dessen Lobby-Tätigkeiten im Kongo und flossen an der Steuer vorbei.

Serge Kulba, der derzeit gegen strenge Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen auf freiem Fuß ist, hat 2009 auf Malta das Unternehmen Socagexi Limited registrieren lassen. Dorthin überwies die belgische Industriegruppe Duferco jährlich 240.000 € zur Bezahlung von Kublas Beratertätigkeiten bezüglich der Abschlüsse von lukrativen Geschäften in der Demokratischen Republik Kongo. Mit diesem Geld wurden aber auch kongolesische Beamte und Politiker bestochen. Duferco hatte unter anderem im Kongo Geld in den Glücksspielsektor investiert.

Jetzt tauchten neue und als „authentisch“ geltende Dokumente auf, die das frankophone Magazin Le Soir Magazine veröffentlichte. Diese belegen, dass Socagexi Limited pro Trimester 60.000 € über ein geheimes Konto auf Malta von dem südafrikanischen Unternehmen Ironet erhielt. Die Begründung für die Zahlung dieser Gelder lautete: „Kommerzielle und industrielle Prospektierung in den afrikanischen Ländern“ und „Errichtung einer Gesellschaft in der Demokratischen Republik Kongo“. Das Unternehmen Ironet mit Sitz in Lugano in der Schweiz ist ein Tochterunternehmen der Duferco-Gruppe. Durch die günstige Steuerpolitik Maltas zahlte Kublas Unternehmen nur 5 % Körperschaftssteuer auf diese Zahlungen.

Kubla und seine Anwälte wollen jetzt Klage wegen „Schändung des Ermittlungsgeheimnisses“ einreichen, denn sie sind der Ansicht, dass derartige Dokumente nicht schon nach nur rund einer Woche in den Medien erscheinen können. Kubla will wissen, wer für die Veröffentlichung der Dokumente verantwortlich ist. Entsprechende Papiere seien Kubla bei Verhören Ende Februar vorgelegt worden. Sie seien allerdings weder Beweis, noch Hinweis auf eine strafbare Handlung, so Kublas Anwalt Denis Bosquet.