Bürgerbeteiligung an Flanderns Kulturpolitik?

Flanderns Landeskulturminister Sven Gatz (Open VLD - Foto) will die Bürger seines belgischen Bundeslandes mehr in die Kulturpolitik mit einbeziehen. Aus diesem Grunde lanciert der flämische Liberale ein so genanntes „Bürgerkabinett“. Dies soll eine Initiative sein, bei der Bürger über Ideen zur Kulturpartizipation diskutieren können. Das Projekt, das u.a. die „Agenda 21 für Kultur“ der Vereinten Nationen zum Vorbild hat, soll im September starten.

Kulturminister Gatz will auf flämischer Landesebene testen, ob junge basisdemokratische Projekte, wie die „Agenda 21“ der UN oder „G1000“ in Belgien, umsetzbar sind: „Ich finde, dass Flandern diese zusätzliche demokratische Ebene entdecken soll. Als Basisdemokrat will ich über diese demokratische Innovation meine Kulturpolitik mit der der Dorfstraße und der des Regierungsviertels verbinden. Das ‚Bürgerkabinett‘ ist zudem komplementär zum Kulturforum, dass sich ans kulturelle Mittelfeld richtet.“

Eine erste Sitzung des „Bürgerkabinetts“ soll im September stattfinden. Gatz will ein Forum aus 150 Teilnehmern bitten, gemeinsam Ideen und Vorschläge zur Kulturpartizipation auszuarbeiten: „Ich will herausfinden, auf welche Weise Kultur heute erlebt wird. Warum nehmen Menschen an kulturellen Aktivitäten teil und warum nicht? Wie kann man Kultur zu den Menschen bringen, statt Menschen zur Kultur zu führen?“

Jeder kann für die Teilnahme an diesem flämischen „Bürgerkabinett“ kandidieren. Das Forum soll über ein unabhängiges Verfahren zusammengestellt werden, denn es soll repräsentativ für die flämische Bevölkerung sein. Auf die Erkenntnisse dieser Initiative soll dann später auf parlamentarischer Ebene in entsprechenden Debatten reagiert werden, aber auch in den Medien. Nicht zuletzt sollen die Ergebnisse ihren Niederschlag im politischen Leitfaden des Ministers selbst finden.