80 Mio. € Steuergeschenk für Belgiens Tabakindustrie

Nach Ansicht der Verbände für Nikotinprävention hat die belgische Mitte-Rechts-Regierung dem Tabaksektor im Land ein Steuergeschenk von !à Mio. € gemacht. Die Regierung habe nämlich die Verbrauchersteuer auf Zigaretten und Rolltabak zum Vorteil der hiesigen Produzenten kaum erhöht.

Die belgischen Verbände für Nikotinprävention werfen der Regierung Michel vor, sie habe den Tabakproduzenten im Land ein Steuergeschenk über 80 Mio. € gemacht. Gegenüber der frankophonen Brüsseler Tageszeitung Le Soir warfen Vertreter der Verbände der Bundesregierung vor, die Verbrauchersteuer (hier in Belgien auch Akzisen genannt) auf Zigaretten und Rolltabak nur sehr gering erhöht zu haben.

Dies habe der Tabaksektor im Land zu nutzen gewusst und dennoch die Preise für Zigaretten und Drehtabak erhöht. Damit sei deren Gewinnmarge weiter angestiegen, wie Luk Joosens von der Stiftung gegen Krebs gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion am Montagmorgen angab:

„Die Fabrikanten haben ihre Preise doch erhöht und damit auch ihre Gewinnspanne. Das bedeutet für die Zigaretten ein Steuergeschenk über 60 Mio. € und für den Rolltabak ein Geschenk über 20 Mio. €. Dies hätte die Regierung über das Festlegen eines festen Steuerbetrags und über eine deutliche Erhöhung der Abgaben vermeiden können. Das hätte der Industrie weniger Möglichkeiten geboten, ihre Gewinnspanne durch Preiserhöhungen erhöhen zu können.“