Die Bahn denkt an höhere Fahrpreise zu Stoßzeiten

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB denkt offenbar darüber nach, die Preise für Fahrkarten zu den Stoßzeiten morgens und abends zu erhöhen. Das Vorhaben gehört zu den Modernisierungsplänen von Bahnchef Jo Cornu und Bundesverkehrsministerin Jacqueline Galant (MR).

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd am vergangenen Wochenende könnte die belgische Bahn in Zukunft in den Stoßzeiten frühmorgens vor 9 Uhr und später zwischen 13 und 19 Uhr höhere Fahrpreise einführen. Bahnchef Cornu fordere schon länger flexible Tarife, so De Tijd.

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCN schleppt einen Schuldenberg von rund 2,7 Mia. € mit sich herum und sucht dringend nach neuen Einkommensarten. Dem gegenüber gehört Belgien zu den europäischen Ländern, in denen die Bahntarife am günstigsten sind.

Ob diese flexiblen Tarifanpassungen tatsächlich Wirklichkeit werden, ist noch nicht deutlich. Schon jetzt hantiert die belgische Bahn mit einem kaum übersichtlichen Fahrpreis- und Tarifdschungel. Ursprünglich sollte dieser vereinfacht werden, doch über unterschiedliche Fahrpreise im Tagesverlauf ist dies wohl nicht zu machen.

Die Fahrgast- und Pendlerverbände in Belgien haben sich bereits gegen die Idee ausgesprochen, treffe sie doch in erster Linie die treuesten Kunden, die die Bahn noch hat. Das in die flexible Tarifanpassung auch die verschieden Abo-Formen und die Zielgruppen-gerichteten Vergünstigungen mit einbezogen werden stößt den Pendlern besonders übel auf.