Gewerkschaften protestierten in Brüssel

Mehrere tausend Mitglieder der drei großen belgischen Gewerkschaften protestierten am Mittwochmorgen am Muntplein im Brüsseler Stadtzentrum gegen den Indexsprung, gegen die Reform der Vorruhestandsregelungen und für gerechtere Steuern. Nach Ansicht der Gewerkschaftsaktiven führt die Mitte-Rechts-Regierung von Premier Michel eine „asoziale Politik“.

Die gemeinsame Aktion der drei großen belgischen Gewerkschaften (ABVV (sozialistisch), ACV (christlich) und ACLVB (liberal) ist der erste Schritt eines schon im Februar verabredeten Plans, mit gemeinsamen Aktionen die Regierung gegen Regelungen, wie den Indexsprung, die Reform der Vorruhestandsregeln oder gegen ein ungerechtes Steuersystem unter Druck zu setzen.

Der Gewerkschaftsfront ist vieles ein Dorn im Auge: Die Sparpolitik im öffentlichen Dienst, der Abbau der sozialen Sicherheit oder auch die geplante 'Aktivierung auf Maß' von Frührentnern oder Vorruheständlern am Arbeitsmarkt.

Die Aktion begann bereits am Mittwochmorgen, als die Vertreter des Gewerkschaftsbereichs Einzelhandel in der Brüsseler Shoppingmeile Nieuwstraat für bessere Löhne und soziale Absicherungen für das Personal in den Geschäften demonstrierte.

Weitere Themen dieses Protestes waren auch die Forderung der Einzelhändler nach flexibleren Arbeitszeiten und nach mehr verkaufsoffenen Sonntagen.

Weitere Aktionen aber keine Streiks

Die Gewerkschaftsfront veranstaltet noch im März einige weitere Aktionen. Am 19. März kommt es zu einer Demonstration des Sektors des Öffentlichen Dienstes in Brüssel. Am 29. März folgt die große Gewerkschaftsparade unter dem Titel „Herz über Härte“, mit der für eine menschlichere und gerechtere Gesellschaft demonstriert wird.

Und in der letzten Märzwoche, das ist die Woche vor den Osterferien, werden Aktionen in den verschiedenen Regionen des Landes durchgeführt. Das werden in erster Linie Unterschriftenaktionen sein und Infoblätter sollen verteilt werden. Zu Streiks, so die Gewerkschaften mit Nachdruck, werde es vorerst nicht kommen.