König will mehr über duale Ausbildung in Deutschland wissen

An diesem Donnerstag ist der belgische König Philippe (Archivfoto) mit einer großen Delegation für zwei Tage in Deutschland. Er will sich das duale Berufsausbildungssystem persönlich ansehen. Das System habe dabei geholfen, die Arbeitslosigkeit junger Leute in Deutschland massiv zu reduzieren, betont die wallonische Arbeits- und Ausbildungsministerin, Eliane Tillieux, die auch mitreist.

Dass sich belgische Politiker für das duale Ausbildungssystem, also die klassische Ausbildung in einem Unternehmen in Deutschland, interessieren ist nicht neu. Relativ neu ist jedoch, dass jetzt auch der belgische König reges Interesse an der Ausbildungsform in Deutschland zeigt, bei der der Auszubildende abwechselnd in einem Betrieb arbeitet, um den angestrebten Beruf zu erlernen und die Schulbank drückt, um sich gleichzeitig das theoretische Wissen anzueignen.

An diesem Donnerstag ist der König deshalb gemeinsam mit einer großen Delegation aus acht regionalen und föderalen Ministern, sieben belgischen Sozialpartnern und neun Personen aus dem Bereich des Bildungswesens für zwei Tage in Deutschland. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Arbeitsbesuch.

Die Delegation trifft nicht nur deutsche politische Entscheidungsträger, sondern auch Unternehmenschefs und Fachpersonal des Unterrichtswesens. Die Stationen sind sowohl Berlin als auch Düsseldorf.

Der König hat sich über das System der dualen Ausbildung allerdings schon einmal im Oktober letzten Jahres in der Audi-Fabrik in der Brüsseler Gemeinde Vorst informiert. In der Niederlassung des deutschen Unternehmens wird diese Ausbildungsform nämlich bereits seit mehreren Jahren angewandt. Es wurde quasi von Audi aus Deutschland in die Fabrik in Vorst importiert. Noch ist diese Ausbildungsform in Belgien aber eher eine Ausnahme als die Regel.

Auch die wallonische Arbeits- und Ausbildungsministerin, Eliane Tillieux (PS), ist äußerst interessiert an dem deutschen Modell der dualen Ausbildung.

Tillieux reist mit nach Deutschland. Sie ist überzeugt, dass das System dabei geholfen habe, die Arbeitslosigkeit junger Leute in Deutschland massiv zu reduzieren. Man wolle die gleichen Auswirkungen in Wallonien erzielen, so die Ministerin gegenüber der Presseagentur Belga.

Man habe schon ein Stück des Weges gemeinsam mit l'IFAPME (Institut wallon de formation en alternance et des indépendants et petits et moyennes entreprises) abgelgt.

Derzeit sind über 15.800 Peronen in einem der 15 Ausbildungszentren in den Genuss einer Lehre gekommen. Diese reicht von der Ausbildung auf dem Bau bis hin zur Pflege im Gesundheitswesen.

Die Lehre in Deutschland

Beim dualen Berufsausbildungssystem hat der Auszubildende einen Berufsausbildungsvertrag, auch Lehrvertrag genannt und macht eine parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule (oder an der Berufsakademie). Während der Ausbildung verdient der Azubi (Abkürzung für Auszubildende) also bereits sein erstes eigenes Geld.

Der Azubi geht an bestimmten Tagen in der Woche in die Berufsschule, um sich den theoretischen Teil seines angestrebten Berufes anzueignen und den Rest der Zeit in den Betrieb, um die Praxis desselben zu erlernen. Der Azubi kann nach seiner Lehre auch gleich vom Betrieb übernommen werden.