Welche Gefahr droht den Bibliotheken wirklich?

Ab 2016 sind die Gemeinden nicht mehr verpflichtet, eine eigene Bibliothek zu unterhalten. Die Lokalverwaltungen erhalten 130 Millionen Euro von der flämischen Gemeinschaft und können selbst entscheiden, in welche Einrichtungen sie investieren wollen. Viele Flamen befürchten nun das Aus der Bibliothek in ihrer Gemeinde.

Die Stadt- und Gemeindeverwaltungen können die Finanzmittel, die bislang in den Kulturtopf flossen, zum Beispiel  für den Bau eines neuen Schwimmbades oder anderweitig verwenden.

Viele Flamen befürchten nun, dass viele Gemeinden, die sowieso knapp bei Kasse sind, kein Geld mehr in ihre Bibliotheken investieren und stattdessen andere "Löcher" mit den Mitteln stopfen. Unter Kultur verstehen nun einmal viele Menschen die unterschiedlichsten Projekte.

Das heiße aber noch lange nicht, dass die Bibliotheken nun verschwinden würden, betont Luc Martens, der Vorsitzende des Verbandes flämischer Städte und Gemeinden.

Im VRT-Radio sagte er am Donnerstagmorgen: "Ganz und gar nicht. Ich bin davon überzeugt, dass Bibliotheken und Kulturzentren, das kulturelle Leben im Allgemeinen, besonders wichtig in einer Gemeinde sind und dass die Lokalverwaltungen und der Bürgermeister und seine Beiräte das auch wissen."

"Es muss also diesbezüglich nichts befürchtet werden. Man wird in größerem Umfang zusammenarbeiten, aber ich bin überzeugt, dass das Bibliothekswesen noch eine schöne Zukunft vor sich hat, vor allem, wenn es die heutigen Bedürfnisse beantwortet."

Allerdings fügte er auch hinzu: "Nicht jede Bibliothek muss die gleichen, also identische Leistungen anbieten."